Sauerland – Wandern & Übernachten im Schlaffass.

Juni 2017/ Sauerland. – Eigentlich komme ich von dort, habe in der Region jahrelang gelebt und bin dann für’s Studium sobald es ging „geflüchtet“. Und doch bleibt das Heimatgefühl irgendwie erhalten. Jedes Mal, wenn ich dorthin fahre, ist alles vertraut & bekannt. Wirklich alles? Nein, wie ich jetzt festgestellt habe. Ich habe die Perspektive gewechselt und bin zum ersten Mal als Tourist dorthin gereist – nämlich als Wanderer und Camper. Und ich kann sagen, ich bin ganz neu fasziniert. Oh du schönes Sauerland!

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Wir hatten noch ein paar Tage frei und haben uns entschieden, regional Urlaub zu machen. Also sind wir kurzerhand und ganz spontan für 3 Tage in das idyllische Schmallenberg gefahren. Schmallenberg liegt im Hochsauerlandkreis, ganz in der Nähe von Winterberg und ist bei Schnee und kalten Temperaturen insbesondere bei Wintersportlern sehr beliebt. Wir haben die Region jetzt als Sommerurlauber ausprobiert.

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Für Tag 1 haben wir uns eine Wanderroute von 9 km Länge herausgesucht, die etwa 3 Stunden gemütliches Wandern in Anspruch genommen hat. Der Rundweg heißt „Bödefelder Rundweg – Hochmoor Nasse Wiese“ und startet an einem Parkplatz, wo man sein Auto bequem stehen lassen kann. Die Tour führt hauptsächlich durch den Wald und bietet insbesondere viel Ruhe & ganz viele Berührungspunkte mit der wilden Natur.

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Ungefähr auf der Hälfte trifft man auf die „Nasse Wiese“, die diesem Rundweg ihren Namen verliehen hat. Es handelt sich um ein Naturschutzgebiet mit weitläufigen, tatsächlich feucht-nassen Wiesenflächen. Auf diesen tummeln sich allerhand Insekten, da die Blumen, die dort wachsen, durch die Feuchtigkeit und Wärme enorm viele Duftstoffe freisetzen. Die Wiese sollte man auch nicht betreten – ich habe aber mal einen Schritt gewagt und direkt ein schlammiges Schmatzen wahrgenommen. Wirklich beeindruckend, dass hier trotzdem (oder gerade deshalb) so viel Vegetation ist.

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Nach unserer kleinen Wanderung sind wir dann zum Campingplatz (http://www.hunau-camping.de/) gefahren & haben unsere ganz besondere Unterkunft für die nächsten 2 Tage bezogen – ein Schlaffass!

Noch nie davon gehört? Es handelt sich um ein großes, hölzernes Campingfass, in dem sich ein Bett & ein Essplatz befinden. Ganz kuschelig & gemütlich kann man es sich da machen. Gekocht und gegessen wird draußen, geduscht wird im Waschhaus –  also ansonsten ganz normales Campingfeeling.

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Hunau Campingplatz – ein unheimlich idyllischer, naturnaher & bezaubernder Ort. Mitten im Grünen (und meist ohne Handyempfang!) kann man so richtig entspannen und sich erholen. Es gibt neben Zelt- und Caravanplätzen insgesamt 2 Schlaffässer, die beide am Ende des Platzes liegen – mit unverbautem Blick auf eine bunte Blumenwiese und direkt neben einem kühlen Bach. Dort haben wir uns erfrischt oder unsere Getränke auf eine angenehme Temperatur gebracht.

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Der Campingplatz hat noch ein ganz besonderes Highlight: Die Waschmarken für die Duschen sind echte 50 Pfennig-Stücke. Es mutet dann doch schon etwas nostalgisch an, wenn man seine warme Dusche am Abend mit der alten Währung bezahlt.

Abends wurde dann beim improvisierten Lagerfeuer entspannt.

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Für Tag 2 war eine etwas längere Route vorgesehen. Diese war betitelt mit „Schwedensteig – Heidenstraße“. Schwedensteig? Oh ja – das musste ja was für mich sein! 🙂 Insgesamt umfasst die Strecke 15km, 476m Auf- und wieder Abstieg – und bedingt durch zwei Pausen etwa 6 Stunden Dauer.

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Die Wanderung gestaltete sich sehr abwechslungsreich – von Felder, über Wiesen und Wälder war alles dabei. Und gerade zu dieser Jahreszeit blühten unheimlich viele Blumen – ein Genuss für Augen & Sinne.

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Kennt ihr den typischen Geruch von einem Wald? Ein wenig erdig, ein Hauch von Kräutern & ganz viel „Tannenbaum-Duft“. Dieser liegt nicht zuletzt am Harz. Wenn ich an Baumstämmen Harz entdecke, dann muss ich einfach etwas davon auf die Finger nehmen und schnuppern. Die Intensität dieser Essenz aller Waldaromen lässt mich einfach tief entspannen & macht irgendwie happy. Probiert es mal aus! Der Duft haftet gut an der Haut und begleitet einen den ganzen Tag.

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Etwa nach zwei Dritteln der Strecke erreicht man schließlich die „Schwedenhütte“ – ein uriges Berglokal, im Blockhaus-Stil und mit ganz viel Jagdhütten-Charme. Hier konnten wir Rast machen, ein kühles Bierchen trinken & ein wenig die Aussicht genießen – danach ging es weiter auf unserer Tour.

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Die nächste Etappe führte unter anderem an einer „Weihnachtsbaum-Farm“ vorbei. Hier scheinen die Christbäume von morgen zu sprießen & zu gedeihen. Schön mal zu sehen, wie sie aufwachsen (auf jeden Fall mit einer schönen Aussicht).

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Ein Stückchen weiter war wieder etwas für die Nase dabei – würzig, zwiebelartig & intensiv hat sich schon von Weitem Bärlauch angekündigt. Dieser wächst hier in Massen und verströmt einen appetitanregenden Duft. Später haben wir uns im Ort sogar selbstgemachtes Bärlauchpesto aus der Region kaufen können, welches wir mit frischem Brot gegessen haben. Herrlich.

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Kurz vor Schluss drohte ein Gewitter mit heftigem Regen aufzuziehen. Der Himmel am Horizont zog sich bereits dunkel zu und das erste Donnergrollen war zu vernehmen. Trotz allem mussten wir noch einen letzten Halt machen. Denn von einer benachbarten Kuhweide aus wurden wir neugierig beäugt – und mussten natürlich zurück schauen und ein paar Bilder machen.

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Kurz vor dem heftigen Wolkenbruch haben wir unser Auto erreicht & sind zu unserem Campingplatz zurück gekehrt. Bei Kerzen & Knabberzeug haben wir es uns in unserem Schlaffass dann gemütlich gemacht und konnten entspannt dem prasselnden Regen lauschen. Ein wenig Mitleid hatten wir mit den anderen Campinggästen, die die Nacht im Zelt verbringen mussten.

Fazit: Traumhafte Wanderwege, eine abwechslungsreiche Natur & daher eine ausgezeichnete Naherholung. Der Campingplatz ist absolut zu empfehlen & die etwas speziellere Übernachtungsmöglichkeit sollte man unbedingt mal ausprobieren.

 

 

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