Roadtrip in den Norden. – Teil 2 / Schwedens Westküste.

Roadtrip in den Norden. – Teil 1: Roadtrip in den Norden. – Teil 1 / Kopenhagen.

T E I L 2 – S C H W E D E N S  W E S T K Ü S T E

August 2017. – Von Kopenhagen aus ging unser Roadtrip via Öresundbrücke weiter nach Schweden. Die erste Nacht (in der wir uns eigentlich fest vorgenommen hatten, endlich unser Zelt aufzustellen) haben wir dann doch in einem Bed & Breakfast in Höganäs verbracht (gut so, denn es regnete die ganze Nacht). Es war außerdem sehr schön, den ersten Kontakt mit Einheimischen zu haben. Tatsächlich habe ich sogar allen Mut zusammen genommen und unseren Gastgebern einen „trevlig kväll“ gewünscht (= Schönen Abend!). Zu dem Zeitpunkt hatte ich dann das Gefühl, dass mein vorheriger Sprachkurs tatsächlich etwas gebracht hat.

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Von Höganäs ging es dann weiter nach Mölle und ins Kullabergs Naturreservat. Hier haben wir zum ersten Mal den Blick auf das Meer so richtig genießen können. Die Sonne schien von einem strahlend blauen Himmel und eine frische Brise wehte uns ins Gesicht. Dabei sind wir ein bisschen über die Steinklippen geklettert und haben die Natur bewundert, die sich hier in voller Pracht einen schönen Lebensraum erschlossen hat. Und überall findet man sie – die Schwedenhäuschen in ihrem typischen Falunrot.

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Wusstet ihr, dass die Schweden im Schnitt 5x am Tag „fika“ machen? Das bedeutet so viel wie Kaffeepause mit Kaffee und einer Kleinigkeit zu Essen. Überall im Land gibt es das (selbstverständliche) Angebot, dies ausgiebig zu praktizieren. Und da ich mich gerne dieser tollen Eigenart anschließen wollte, haben wir solche besonderen Pausen natürlich oft eingebaut. 🙂

Weiter ging es dann nach Torekov, unserem nächsten Halt. Wie so oft auf dieser Reise haben wir schnell im Handy geschaut, wo man denn unterkommen könnte. Das Wetter passte, also diesmal wirklich Camping. Wir hatten Glück, der Campingplatz direkt am Meer hatte noch ein super Plätzchen frei. Und bei einer Kanelbulle (= Zimtschnecke) mit heißer Schokolade, waren wir ganz stolz, bisher alles gut gemeistert zu haben.

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Am nächsten Tag ging es, nach einem ausgiebigen Frühstück, auf eine lange Wandertour entlang der Steinküste. Dieser Wanderweg wird als Etappe 17 des Skåneleden bezeichnet und führte zufällig an dem Strandabschnitt unseres Campingplatzes vorbei. Also hieß es: Tagesrucksack packen und los!

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Das Wetter war unerwartet traumhaft und sollte am Ende des Tages Schuld an unserem Schweden-Sonnenbrand im Gesicht sein. Die Wanderung war ganz besonders – es ging viel über Steine und Felsen, durch Kleinbiotope und über Schafsweiden. Dass an so einem ungewöhnlichen Ort tatsächlich Schafe ein gemütliches Plätzchen gefunden hatten, konnte ich irgendwie kaum fassen. Aber denen schien es dort richtig gut zu gehen, mit frischer Meeresluft in der Nase und den warmen Sonnenstrahlen auf dem Pelz. Manche waren sogar zu einer Kuschelaudienz bereit.

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Bis dahin hatte ich geglaubt, an einer Schafsfellallergie zu leiden. Aber selbst nach ausgiebigen Streicheleinheiten ging es mir weiterhin bestens, sodass ich mit dem Mythos abschließen konnte.

In einem versteckten, kleinen Hafen mit bunten Bootshäuschen haben wir Pause gemacht. Mit einer Zimtschnecke im Bauch lässt es sich auch einfach besser wandern.

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Schließlich kamen wir an einem Café an, das wir für uns als „Wendepunkt“ der Wanderung ausgewählt hatten. Ab da ging es dann wieder zurück. In vollem Vertrauen, dass es sicher einen anderen Rückweg gäbe, als unseren Hinweg, sind wir querfeldein wieder Richtung Campingplatz gestiefelt. Leider haben wir uns dabei vollkommen verhaspelt, mussten an Straßen entlang (und über Privatgrundstücke oder Acker) und hatten in der prallen Sonne relativ schnell „den Kaffee auf“. 🙂

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Sagen wir, problematisch wird es, wenn man keine Essenvorräte mehr hat, sich der Weg zieeeeht wie Kaugummi & man sich dann innerlich in die Grillwürstchen, die in Aussicht stehen, hineinsteigert. Wir haben dann aber irgendwann entschieden, es mit Humor zu nehmen & den langen Umweg für schöne Fotos zu nutzen. Und im Nachhinein sind es gerade diese Momente, die einen an idyllische schwedische Spätsommertage zurück denken lassen. Also hatte es doch auch irgendwie etwas Gutes.

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Ganz begeistert war ich, als wir am Feldrand einen Bauernwagen entdeckt haben, der frisches Gemüse zum „selbst bedienen“ angeboten hat. Wie schön, dass es sowas hier gibt – skandinavisches Landleben, wie ich es mir vorstelle. Wenn wir nicht schon völlig kaputt gewesen wären, hätten wir vielleicht noch etwas mitgenommen – aber zu diesem Zeitpunkt war leider jedes Gramm im Rucksack zu viel.

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Nach geschätzten (mindestens!) 18 km über Stock und Stein (und verbotenerweise über einen Golfplatz und über Elektrozäune hinweg) kamen wir dann (endlich, endlich) wieder am Campingplatz an. Ich glaube, ich habe mich noch nie so sehr über ein Grillwürstchen gefreut, wie an diesem Abend.

Am folgenden Tag sollte es dann von Torekov weiter gehen – nächster Halt: Göteborg.

Roadtrip in den Norden. – Teil 3 / Göteborg.

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2 Antworten auf „Roadtrip in den Norden. – Teil 2 / Schwedens Westküste.

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