Roadtrip in den Norden. – Teil 5 / Stedsans in the Woods.

Roadtrip in den Norden. – Teil 4: Roadtrip in den Norden. – Teil 4 / Naturreservat Glaskogen.

T E I L 5 – S T E D S A N S  I N  T H E  W O O D S

August 2017. – Es lagen nun bereits knapp 2 Wochen „on the road“ hinter uns. Von Deutschland ging es nach Kopenhagen/ Dänemark, über die Öresundbrücke nach Schweden. Entlang der Westküste führte der Weg über Höganäs, Mölle, Torekov und Göteborg bis ins Landesinnere zum Naturreservat Glaskogen. Auf der Reise zurück in die Heimat sollte es für uns aber noch ein besonderes Highlight geben. Stedsans in the Woods.

IMG_4447Ich hatte kurz vor unserer Reise in einem Lifestyle-Magazin davon gelesen – und wie der Zufall es so wollte, lag der kleine Ort Hyltebruk (mehr oder weniger) ohnehin auf unserer Route. Also musste ich mir einfach den kleinen Traum erfüllen, dort Halt zu machen.

Was genau ist „Stedsans in the Woods“? Dies ist einfach ein Erlebnis. Eine Möglichkeit, der Natur in ihrer kulinarischen Vielfältigkeit zu begegnen. Und dabei zu lernen, dass ein nachhaltiger, ökologischer & bodenständiger Lebensstil inspirierender und beeindruckender sein kann, als jedes 5-Sterne-Luxushotel.

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Die Gastgeber Mette Helbæk und Flemming Hansen hatten früher ein beliebtes Dachgarten-Restaurant in Kopenhagen. Dann hatten sie eine Vision – in und mit der Natur zu leben und zu arbeiten. Und ihren Gästen die Möglichkeit zu verschaffen, diesen Lebensstil mit allen Sinnen erleben & erfahren zu können. Also kauften sie ein großes Grundstück, mitten in den südschwedischen Wäldern, direkt an einem See. Und aus der Vision wurde Realität – mit viel Arbeit & Herzblut wurde ein Fleckchen Erde geschaffen, das ich so noch nicht gesehen habe. Ein Restaurant, mitten im Wald, gebaut aus Holz & nur beleuchtet mit Kerzen. Direkt daneben die Waldküche. Gekocht wird für die Gäste nur mit Gas und Feuer, ohne Strom. Übernachten können die Besucher dann in befestigten Beduinzelten oder im eigenen Zelt. Ermöglicht wurde der Start dieses Projektes übrigens durch Crowdfunding.

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Nachmittags kamen wir dort auf dem Gelände an und mussten zu Fuß einen schlammigen, engen Pfad entlang, über Pfützen und rutschige Holzplanken, da uns hier Schilder die Richtung „zur Rezeption“ anzeigten. Noch konnte man sich nicht vorstellen, dass man hier wirklich richtig war – das sollte der offizielle Weg sein? Sollten wir vielleicht lieber umdrehen und eine andere Route nehmen? Schnell wurde klar, dass Gummistiefel definitiv das A und O waren – und der Weg zum Empfang schon der erste Kontakt mit der wilden Natur.

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Die Rezeption  – wunderschön, oder? Unter einem Sonnensegel standen Holzkisten und Korbsessel mit Schafsfellen bereit, um es sich bei einem Gläschen Apfelschaumwein und zwischen bunten Gartenblumen gemütlich zu machen. Das Wetter war traumschön, also haben wir es genossen, lange dort zu verweilen. Den ersten Snack gab es dann auch schon – eine Gemüseplatte mit Tomaten, violettem Kohlrabi, Fenchelknollen und Brokkoliblüten. Dazu eine frische Creme. Alles stammte aus dem eigenen Anbau oder aus der Nachbarschaft. Es schmeckte einfach traumhaft und stimmte uns auf dieses Naturerlebnis gebührend ein.

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Die Zeit bis zum Abendessen haben wir uns mit einem erfrischenden Bad im kühlen See und einem anschließenden Gang in der schwimmenden Sauna vertrieben. Definitiv eine Erfahrung wert – auch wenn der Sprung ins kühle Nass einiges an Überwindung kostet. In der Sauna stand dann selbstgemachtes Körperöl mit Zitronenduft für die kleine Portion Wellness bereit.

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Abends wurden die Gäste dann zu Tisch gebeten – im Waldrestaurant. Auf den Tischen lagen Decken aus Leinen in dunklen Naturfarben, das Geschirr war zusammen gewürfelt. Kerzen und frische Blumen in der Vase dienten als passende Dekoration. Auf kuscheligen Schafsfellen konnte man dann Platz nehmen. Fasziniert von diesem Arrangement und voller Vorfreude auf das anstehende Dinner, fing der Magen an zu knurren – und dann ging es endlich los.

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Was soll ich sagen? Ich habe noch nie so besonders, so fürstlich, so gesund und so genussreich gespeist wie an diesem Abend. Jeder der insgesamt 5 Gänge wurde zelebriert wie ein Feiertag. Es gab immer Schüsseln oder Platten auf dem Tisch, von denen sich die Gäste dann bedienen konnten – und immer wieder ein anderes besonderes Getränk dazu. Es war sehr gesellig und mit unseren neu gewonnenen Freunden konnten wir einen wirklich unvergesslichen Abend genießen.

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Es gab zum Beispiel selbst angebaute Kartoffeln mit Wildkräutern und essbaren bunten Blumen, dazu ein floraler Holunderwein. Ich glaube, ich habe noch nie so viele besondere und ungewöhnliche Geschmacksrichtungen geschmeckt, wie an diesem Abend.

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Und so saßen wir da – alle zusammen, bei einem Gläschen Wein, und erzählten uns Geschichten aus dem Leben. Schließlich erhellten nur noch die Kerzen das Waldrestaurant, während man bis spät abends die Köstlichkeiten des Menüs mit Leib & Seele genoss. Zum Abschluss gab es noch einen heißen Kaffee & Schokolade am Lagerfeuer, bis wir schließlich müde, wohlig rund & zufrieden ins Zelt kullerten und die Nacht im Wald verbrachten.

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Alle Übernachtungsgäste konnten es sich am nächsten Morgen noch beim Frühstück im Waldrestaurant gutgehen lassen. Selbst gebackenes Brot, hauseigener Käse, Marmeladen, Nüsse, Joghurt, Früchte – hier wurde jeder fündig.

IMG_4497.JPG Als ein besonderes Highlight ist vielleicht noch zu erwähnen, dass Spiegeleier und Pilze auf Bestellung frisch in einer gusseisernen Pfanne über dem Lagerfeuer zubereitet wurden. Und natürlich wurden auch diese mit frischen Kräutern oder Blumen dekoriert.

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Ein wahnsinnig schönes Erlebnis, mit ganz viel kulinarischen „Ausflügen“ in die Vielseitigkeit der Natur. Das Projekt „Stedsans in the Woods“ wächst weiter – geplant ist ein verglastes Restaurant mit Blick auf den See. Und die Gastgeber haben noch jede Menge anderer Ideen – es lohnt sich also, dort (noch einmal) vorbei zu schauen: https://www.stedsans.org/

Für uns war es die letzte Station unseres Roadtrips durch den Norden – und ein wirklich perfekter Abschluss dieser Reise.

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