Niederlande – Camping & Hygge.

Mai 2019/ Tilburg. – Es ist so einfach & man sollte es wirklich viel, viel öfter machen: Kofferraum auf, Zelt & Schlafsack rein & dann rausfahren. Einfach ins Grüne, draußen sein, frische Luft um die Nase wehen lassen. Und das auch mal nur für’s Wochenende. Ich kann euch sagen: Einfachheit & Natur sind wahnsinnig hyggelig. Und die Niederlande sind hierfür ganz hervorragend geeignet.

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Unsere Route ging nach Tilburg, in die Provinz Nordbraband – knapp zwei Stunden von Zuhause entfernt. Auf einen kleinen, privaten Campingplatz – mitten in der Natur. Das Wetter war relativ mittelprächtig angesagt, entsprechend war der Platz schön leer. Das Zelt konnten wir trotz spontaner Buchung in bester Lage aufstellen – mit Blick auf die Pferdekoppel. Wie in jedem Urlaub (und jetzt auch bei Wochenendtrips) wurden zum Einstand natürlich erst einmal Spaghetti mit Tomatensoße gekocht – das hyggeligste Essen, was es für mich gibt. In Decken eingekuschelt & mit einem honiggesüßten Bergamotte-Schwarztee zum Nachtisch haben wir es uns anschließend gemütlich gemacht.

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Ich muss sagen, ich mag kalte Nächte im Zelt mittlerweile lieber als warme – vor dem Schlafengehen heiß duschen, ab in einen flauschigem Pullover und dann in den Schlafsack mummeln. Mit kalter Nase, aber warmen Füßen lässt es sich super aushalten. Und dann wärmt man sich am nächsten Morgen einfach am frisch gekochten Kaffee auf. Herrlich.

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Tagsüber wandern, die Sonne & die ersten Düfte des Sommers genießen. Unterwegs ein paar Blumen für den Tisch pflücken. Hungrig & mit müden Beinen zurück kommen, grillen & vielleicht noch ein Mittagsschläfchen einbauen. Abends dann was spielen (wir stehen ja auf Black Stories – wer noch?) & darauf warten, dass die Lampions in der Dämmerung angehen. Ansonsten keine Pläne. Klingt gut, oder?

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Hach ja – ganz gemütlich wurde es dann beim Abschlussfrühstück. Mit prasselndem Regen auf dem Vorzelt & warmen Croissants auf dem Teller. Camping-Hygge pur. Und das Zelt wurde dann ganz einfach zu Hause im Wohnzimmer getrocknet.

Wer jetzt auch Lust auf Outdoor, Einfachheit, die Niederlande & Hygge bekommen hat – dem kann ich unseren Platz nur empfehlen (übrigens: als Willkommensgruß der Gastgeber gibt es einen lokalen Kräuterschnaps).

https://petit013.nl/

 

 

 

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Siebengebirge – Morgendliche Winterwanderung.

Februar 2018. – Wofür seid ihr? Morgens oder lieber abends? Wald oder lieber Feld? Winter oder lieber Sommer? Eigentlich gibt es da kein Richtig oder Falsch. Wandern kann man immer. Und jede Wanderung hat etwas Besonderes, Einmaliges.

Also ich bin ja bekanntermaßen Winterkind & Waldmädchen. Und diesmal ging es am Wochenende auf eine Morgenwanderung ins Siebengebirge bei Bonn. Nass. Kalt. Natur. Draußen Sein. Herrlich.

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Start war an der Margarethenhöhe, ohne Frühstück im Bauch – dafür mit Proviant im Gepäck. Der Weg führte durch den Wald, alles war ruhig & verschlafen. Um diese Zeit trifft man höchstens einen Jogger oder einen ambitionierten Biker. Die Natur erwacht gerade erst. Und in der nass-kalten Luft liegt der Duft von Februar.

Vorbei am Milchhäuschen, wo man bei Wanderungen im Sommer für Kaffee & Waffeln einkehren kann, ging es über die Wanderbrücke weiter zum Rheinsteig. Irgendwo, mitten im Nichts, lag plötzlich Konfetti auf dem Weg. Als hätten die Waldbewohner eine Party veranstaltet. Sehe ich ja genauso – ein bisschen Konfetti schadet nie.

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Dann war es endlich Zeit für’s Frühstück. Ein bisschen durchgefroren und sehr hungrig gab es ein fürstliches Mahl in einem hölzernen Einkehrhäuschen. Mit Kaffee, Obst, Zimtschnecken & Skyr. Und natürlich einem Sekt – es war ja schließlich Wochenende.

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Vorbei an der Burgruine Rosenau und am Berg Wasserfall ging es dann zurück zum Startpunkt. Der Rundweg dauerte für die 9km etwa 2h15min.

Eine Wanderung im (nicht verschneiten) Winterwald ist ab jetzt einer meiner Favoriten. Schlechtes Wetter gibt es beim Wandern einfach nicht. Und auch diese Zeit hat etwas Schönes.

Hochwildpark Rheinland – Herbsttag im Wald.

Spätherbst 2017/ Mechernich. – Einfach mal spontan raus in die Natur, was für ein Luxus! Hier im Rheinland gibt es so viel Schönes vor Ort – zum Beispiel das Siebengebirge zum Wandern und den Kottenforst zum Spazieren gehen. An einem verregneten, kalten Herbsttag könnte man eigentlich auch zu Hause bleiben. Oder aber man besucht die Tiere im Hochwildpark Rheinland. Und ist bei dem Wetter fast für sich alleine.

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Der Park befindet sich in Mechernich und ist von Bonn/Köln aus wirklich gut zu erreichen. Bewaffnet mit Gummistiefeln und Regenschirm haben wir hier dann einen ausgiebigen Waldspaziergang gemacht – richtig gekleidet macht einem ein kühler Herbstregen dann nämlich schon gar nicht mehr so viel aus.

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Auf dem weitläufigen Gelände trifft man einige Wildarten: Dam- & Sikawild, Rotwild, Elche & Schwarzwild. Hier sind die meisten Tiere nicht eingezäunt und zudem an Menschen gewöhnt, sodass man sie aus der Nähe betrachten kann. Es gibt Wildfutter zu kaufen, mit dem man das Wild anlocken kann. Einige Exemplare sind fast handzahm & ziemlich hungrig – von Berührungsängsten keine Spur.

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Im Park befindet sich auch ein kleines Restaurant – an dem Tag war nicht viel los, sodass bei Kaffee & Kuchen Selbstbedienung angesagt war. Dabei konnten wir uns kurz aufwärmen & ein Päuschen einlegen. „Zu Besuch“ kam dabei Herr Pfau. Der Neid auf unseren Kirschstreusel stand ihm ins Gesicht geschrieben.

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Auch Haus- und Nutztiere finden hier ein Zuhause, wie zum Beispiel Ziegen, Steppenrinder, Minischweine und Esel. Wir konnten beobachten, wie Papa-Rind seinem Sohnemann den Einsatz seiner Hörner nahegebracht hat.

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Als bekennender Skandinavien-Fan habe ich mich natürlich ganz besonders auf die Elche gefreut. In freier Wildbahn konnte ich die Tiere bereits in Nordschweden (und sogar in Polen) beobachten. Aber so nah wie hier kommt man den Königen der Wälder natürlich sonst nicht.

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Gerade dann, wenn nicht „die typische Besuchszeit“ ist, hat man im Hochwildpark viel Ruhe & kann die Natur ganz für sich genießen. Durchgefroren & hungrig sind wir zurück nach Hause gefahren – und konnten das gemütliche Raclette-Essen am Abend dann irgendwie noch mehr genießen.

Weiterführende Informationen: http://www.hochwildpark-rheinland.de/

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Rotweinwanderweg – Lagerfeuer & Federweißer.

Oktober 2017. – Wenn ich an den Herbst denke, dann denke ich an Hygge. Noch nie gehört? Ich bis vor kurzem auch nicht. Aber die Dänen haben einen Oberbegriff gefunden, um all die Gemütlichkeit, das Wohlbefinden & die schönen Momente im Leben in einem Wort zusammen zu fassen. Gerade die Völker im Norden müssen sich die dunkle & kalte Jahreszeit ja nett machen – und so steht Hygge für vieles, was bei schmuddeligen Herbst- und Wintertagen hilft: Lange Spaziergänge in der Natur, Kakao bei Kerzenschein, Wollsocken, ein Buch lesen am Kamin, ein Kochabend mit Freunden und vieles mehr.

Der Oktober ist die Zeit der Weinwanderungen – und so haben wir eine hyggelige Wanderung durch die Weinberge gemacht. Mit ganz vielen herbstlichen Farben, Weinverkostung bei verschiedenen Winzern & leckeren Würstchen am Lagerfeuer.

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Der Rotweinwanderweg ist im Ahrtal neben dem AhrSteig (siehe auch: AhrSteig/ Tappe’s Hofgarten. – Wandern & Einkehren.) einer der beliebtesten Wanderwege. Die mit den roten Trauben gekennzeichnete Route führt über mehrere Etappen insgesamt etwa 35km durch die Weinberge. Im Herbst kann man hier auf diesem Weg die verschiedenen Weine der lokalen Winzer probieren. Wir haben unsere Tagestour in Altenahr gestartet. Nach einem steilen Aufstieg gab es auch schon die erste Weinverkostung. Klar, dass wir uns bei einem Gläschen Rotwein auf unsere Wanderung gebührend eingestimmt haben.

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Zu der Zeit sind natürlich viele Wanderer unterwegs, um bei einem netten Getränk & einem grandiosen Ausblick über die Täler mit Freunden & Verwandten einen schönen Tag zu verbringen. Das macht diese Wanderung zu einem sehr geselligen & unvergesslichen Event.

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Zwischen den einzelnen Verkostungsstationen führt der Pfad auch mal durch den Wald. Herrlich, wenn die bunten Blätter unter den Stiefeln rascheln & man tief durchatmen kann, weil die Natur ihre typischen, herbstlichen Aromen versprüht.

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An einer der Verkostungsstationen konnte man bei einem Glas Federweißer sogar Würstchen am Lagerfeuer grillen. War es ein bisschen kühl um die Nase, so wurde es da dann ganz schnell herrlich warm im Bauch.

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Nach mehreren Verkostungen und etwa 15km Wanderung durch die bunten Weinberge, war unsere Endstation dann Walporzheim. Von hier sind wir mit der AhrBahn zurück zu unserem Ausgangspunkt gefahren. Als krönenden Abschluss gab es noch ein uriges Abendessen, bevor es dann zurück nach Hause ging. Nächstes Jahr gerne wieder.

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Sauerland – Wandern & Übernachten im Schlaffass.

Juni 2017/ Sauerland. – Eigentlich komme ich von dort, habe in der Region jahrelang gelebt und bin dann für’s Studium sobald es ging „geflüchtet“. Und doch bleibt das Heimatgefühl irgendwie erhalten. Jedes Mal, wenn ich dorthin fahre, ist alles vertraut & bekannt. Wirklich alles? Nein, wie ich jetzt festgestellt habe. Ich habe die Perspektive gewechselt und bin zum ersten Mal als Tourist dorthin gereist – nämlich als Wanderer und Camper. Und ich kann sagen, ich bin ganz neu fasziniert. Oh du schönes Sauerland!

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Wir hatten noch ein paar Tage frei und haben uns entschieden, regional Urlaub zu machen. Also sind wir kurzerhand und ganz spontan für 3 Tage in das idyllische Schmallenberg gefahren. Schmallenberg liegt im Hochsauerlandkreis, ganz in der Nähe von Winterberg und ist bei Schnee und kalten Temperaturen insbesondere bei Wintersportlern sehr beliebt. Wir haben die Region jetzt als Sommerurlauber ausprobiert.

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Für Tag 1 haben wir uns eine Wanderroute von 9 km Länge herausgesucht, die etwa 3 Stunden gemütliches Wandern in Anspruch genommen hat. Der Rundweg heißt „Bödefelder Rundweg – Hochmoor Nasse Wiese“ und startet an einem Parkplatz, wo man sein Auto bequem stehen lassen kann. Die Tour führt hauptsächlich durch den Wald und bietet insbesondere viel Ruhe & ganz viele Berührungspunkte mit der wilden Natur.

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Ungefähr auf der Hälfte trifft man auf die „Nasse Wiese“, die diesem Rundweg ihren Namen verliehen hat. Es handelt sich um ein Naturschutzgebiet mit weitläufigen, tatsächlich feucht-nassen Wiesenflächen. Auf diesen tummeln sich allerhand Insekten, da die Blumen, die dort wachsen, durch die Feuchtigkeit und Wärme enorm viele Duftstoffe freisetzen. Die Wiese sollte man auch nicht betreten – ich habe aber mal einen Schritt gewagt und direkt ein schlammiges Schmatzen wahrgenommen. Wirklich beeindruckend, dass hier trotzdem (oder gerade deshalb) so viel Vegetation ist.

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Nach unserer kleinen Wanderung sind wir dann zum Campingplatz (http://www.hunau-camping.de/) gefahren & haben unsere ganz besondere Unterkunft für die nächsten 2 Tage bezogen – ein Schlaffass!

Noch nie davon gehört? Es handelt sich um ein großes, hölzernes Campingfass, in dem sich ein Bett & ein Essplatz befinden. Ganz kuschelig & gemütlich kann man es sich da machen. Gekocht und gegessen wird draußen, geduscht wird im Waschhaus –  also ansonsten ganz normales Campingfeeling.

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Hunau Campingplatz – ein unheimlich idyllischer, naturnaher & bezaubernder Ort. Mitten im Grünen (und meist ohne Handyempfang!) kann man so richtig entspannen und sich erholen. Es gibt neben Zelt- und Caravanplätzen insgesamt 2 Schlaffässer, die beide am Ende des Platzes liegen – mit unverbautem Blick auf eine bunte Blumenwiese und direkt neben einem kühlen Bach. Dort haben wir uns erfrischt oder unsere Getränke auf eine angenehme Temperatur gebracht.

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Der Campingplatz hat noch ein ganz besonderes Highlight: Die Waschmarken für die Duschen sind echte 50 Pfennig-Stücke. Es mutet dann doch schon etwas nostalgisch an, wenn man seine warme Dusche am Abend mit der alten Währung bezahlt.

Abends wurde dann beim improvisierten Lagerfeuer entspannt.

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Für Tag 2 war eine etwas längere Route vorgesehen. Diese war betitelt mit „Schwedensteig – Heidenstraße“. Schwedensteig? Oh ja – das musste ja was für mich sein! 🙂 Insgesamt umfasst die Strecke 15km, 476m Auf- und wieder Abstieg – und bedingt durch zwei Pausen etwa 6 Stunden Dauer.

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Die Wanderung gestaltete sich sehr abwechslungsreich – von Felder, über Wiesen und Wälder war alles dabei. Und gerade zu dieser Jahreszeit blühten unheimlich viele Blumen – ein Genuss für Augen & Sinne.

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Kennt ihr den typischen Geruch von einem Wald? Ein wenig erdig, ein Hauch von Kräutern & ganz viel „Tannenbaum-Duft“. Dieser liegt nicht zuletzt am Harz. Wenn ich an Baumstämmen Harz entdecke, dann muss ich einfach etwas davon auf die Finger nehmen und schnuppern. Die Intensität dieser Essenz aller Waldaromen lässt mich einfach tief entspannen & macht irgendwie happy. Probiert es mal aus! Der Duft haftet gut an der Haut und begleitet einen den ganzen Tag.

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Etwa nach zwei Dritteln der Strecke erreicht man schließlich die „Schwedenhütte“ – ein uriges Berglokal, im Blockhaus-Stil und mit ganz viel Jagdhütten-Charme. Hier konnten wir Rast machen, ein kühles Bierchen trinken & ein wenig die Aussicht genießen – danach ging es weiter auf unserer Tour.

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Die nächste Etappe führte unter anderem an einer „Weihnachtsbaum-Farm“ vorbei. Hier scheinen die Christbäume von morgen zu sprießen & zu gedeihen. Schön mal zu sehen, wie sie aufwachsen (auf jeden Fall mit einer schönen Aussicht).

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Ein Stückchen weiter war wieder etwas für die Nase dabei – würzig, zwiebelartig & intensiv hat sich schon von Weitem Bärlauch angekündigt. Dieser wächst hier in Massen und verströmt einen appetitanregenden Duft. Später haben wir uns im Ort sogar selbstgemachtes Bärlauchpesto aus der Region kaufen können, welches wir mit frischem Brot gegessen haben. Herrlich.

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Kurz vor Schluss drohte ein Gewitter mit heftigem Regen aufzuziehen. Der Himmel am Horizont zog sich bereits dunkel zu und das erste Donnergrollen war zu vernehmen. Trotz allem mussten wir noch einen letzten Halt machen. Denn von einer benachbarten Kuhweide aus wurden wir neugierig beäugt – und mussten natürlich zurück schauen und ein paar Bilder machen.

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Kurz vor dem heftigen Wolkenbruch haben wir unser Auto erreicht & sind zu unserem Campingplatz zurück gekehrt. Bei Kerzen & Knabberzeug haben wir es uns in unserem Schlaffass dann gemütlich gemacht und konnten entspannt dem prasselnden Regen lauschen. Ein wenig Mitleid hatten wir mit den anderen Campinggästen, die die Nacht im Zelt verbringen mussten.

Fazit: Traumhafte Wanderwege, eine abwechslungsreiche Natur & daher eine ausgezeichnete Naherholung. Der Campingplatz ist absolut zu empfehlen & die etwas speziellere Übernachtungsmöglichkeit sollte man unbedingt mal ausprobieren.

 

 

AhrSteig/ Tappe’s Hofgarten – Wandern.

AhrSteig/ Etappe 7. – Von Bad-Neuenahr nach Sinzig (September 2016). Wandern ist eine unserer liebsten Freizeitaktivitäten. Und wenn es die Zeit erlaubt, dann wandern wir gerne auch mal eine etwas längere Strecke. Diesmal haben sogar Zeit & Wetter gepasst – in unserer Urlaubswoche konnten wir bestes Spätsommerwetter mit knapp über 30°C genießen. Also Wanderschuhe an, Tagesrucksack packen & los geht’s.

Eine wunderbare Wanderstrecke ist der sogenannte AhrSteig (http://www.ahrsteig.de) – diese knapp 100km lange Route führt von Blankenheim nach Sinzig in insgesamt 7 Etappen. Dabei führt der Weg von der Ahrquelle bis zur Mündung. Wir haben uns für Etappe 7 entschieden. Startpunkt war Bad-Neuenahr/ Bahnhof, Ziel Sinzig. Inklusive Zuweg beschreitet man dabei etwa 18 km und um die 560 Höhenmeter. Gekennzeichnet ist der Zuweg mit einem gelben „AS“ und die eigentliche Route mit einem rot-weißen „AS“.

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Unser Auto haben wir in Bad-Neuenahr in einem Wohngebiet nahe des Bahnhofs stehen lassen – dort konnte es problemlos über Nacht bleiben, denn wir hatten uns am Ziel unserer Route eine Übernachtungsmöglichkeit gebucht (dazu später mehr).

Der Zuweg führt durch den Ort Bad-Neuenahr, vorbei ein einem Kloster bis zu einem Waldkletterpark. Ab da beginnt der tatsächliche AhrSteig. Der erste Teil der Route führt durch den Wald und teilweise steil bergauf und -ab. Dabei muss man sogar auch einen kleinen Bach überqueren. Langweilig wird es also nicht.

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Zwischendurch gibt es immer wieder nette Bänke oder Holzliegen zum rasten. Bei den heißen Temperaturen sind Pausen auch ganz besonders wichtig.

Der nächste Teil der Route führt über Felder & Wiesen – eine sehr idyllische Region. Hier begegnen einem wenig Menschen, dafür aber ab und zu Schafe & Pferde und viele Obstbäume.

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Kurz darauf erreicht man bereits die Weinberge und wandert eine Weile entlang der Rebstöcke, die zu dieser Zeit schon reife, süße Früchte tragen. Wir hatten hier ganz besonders viel Glück & durften ein Rehkitz und seine Mama beobachten, welche sich unter den Trauben ein schattiges Plätzchen gesucht hatten.

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Inmitten der Weinberge trifft man auf das „Winzerhäuschen“ – eine tolle Einkehrmöglichkeit, um den regionalen Wein & Traubensaft zu probieren und dabei den schönen Ausblick zu genießen. Wir haben uns für eine Traubenschorle entschieden.

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Überall auf unserem Weg haben wir wahnsinnig schöne Blumen gesehen – Sonnenblumen, wilde Malve, Kamille, Rosen uvm.

Jemand hatte sich auf der Route sogar seinen eigenen Wildkräutergarten angelegt!

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Beim letzten Abstieg, kurz vor Sinzig haben wir auf dem Hügel noch eine Holzhütte entdeckt, in der man Rast machen & sogar ein Buch lesen kann. Für jeden frei zugänglich ist hier ein Bücherregal angebracht, wo man ein wenig stöbern kann. Wenn man genau hinguckt, dann muss man ein bisschen schmunzeln, welche Lektüre man hier so findet…

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Nach etwa 7 Stunden (inklusive unserer Pausen) haben wir dann endlich Sinzig erreicht. Zu Fuß ging es dann zu unserer Unterkunft „Tappe’s Hofgarten“ in Sinzig-Westum (etwa 1,5 km vom Zentrum). Hier hatte ich zwei Tage zuvor spontan mit dem Gastgeber telefoniert & völlig unkompliziert noch ein Zimmer reservieren können. Uns wurde sogar angeboten, dass man uns ein Abendessen zubereiten würde – obwohl es hier eigentlich kein klassisches Restaurant gibt.

Als wir bei unseren Gastgebern Ines Hahnemann & Frank Tappe eintrafen, wurden wir sofort herzlichst begrüßt. Man hatte „die Wanderer“ schon erwartet. Wir durften auch gleich unser Zimmer beziehen & hatten sogar noch freundlicherweise eines bekommen, was etwas kühler war – damit man nachts besser schlafen konnte.

Das sogenannte „Gästehaus“ ist erst seit 3 Monaten eröffnet & entsprechend schön, sauber & geschmackvoll. Jedes Zimmer hat statt einer Zimmernummer eine Zimmerfarbe – wir durften das „Gästezimmer grau-blau“ beziehen.

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Das Gästezimmer ist mit einem Boxspringbett, einem Schreibtisch mit Stuhl und einem Kleiderschrank ausgestattet. Zusätzlich verfügt es über ein tolles Bad – mit ebenerdiger Dusche, Handtuchwärmer, Fön & klassischen Armaturen. Als Kosmetik werden kleine Proben von „The Spa Collection“ mit Lemongrass angeboten.

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Im selben Gebäude wie die Gästezimmer befindet sich auch der Frühstücksraum, der ebenfalls in dezenten Farben & mit viel Liebe zum Detail eingerichtet wurde. Unter anderem gibt es 2 Uhren an der Wand, die Sommer- und Winterzeit nebeneinander anzeigen.

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Zum gesamten Ambiente gehören natürlich auch die 3 treuen Begleiter unserer Gastgeber – die Hunde Lotte (Dienstälteste), Leni (die Mittlere) & Lisa (die Jüngste). Diese Fellnasen haben für noch mehr Gemütlichkeit gesorgt.

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Zu unserem „spontanen Abendessen“ wurden wir fürstlich bekocht – mit gegrilltem Kabeljau auf Frühlingsgemüse als Vorspeise & Roastbeef auf Pfifferlingen mit Serviettenknödeln als Hauptspeise. Dazu ein Wein aus der Region. Serviert auf der gemütlichen Hofgarten-Terrasse. Hervorragend.

Danach durften wir uns noch bei einer privaten Führung durch die Gastgeberin Ines ein wenig auf dem Hof umsehen. Dabei wurde uns viel über die Geschichte des Hauses als Schnapsbrennerei erzählt. Die Vorrichtungen hierfür sind auch noch alle vorhanden. Beim Umbau zur jetzigen Gastronomie wurden damals viele spannende Dinge gefunden – wie selbstgemachte Schnäpse von 1970, alte Essenzen & Weine. Diese darf man jetzt als Dekoration bewundern – verkäuflich sind sie allerdings nicht.

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Frühstück am nächsten Morgen gab es auf der Sonnenterasse. Die „Ei-Variation“ durfte man spontan wählen – mein Rührei wurde frisch zubereitet und in einer kleinen Pfanne direkt am Platz serviert. Dazu ein toller Milchkaffee. Herrlich

Hier noch ein paar Eindrücke vom Hofgelände:

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Blick vom Garten auf das Gästehaus. Früher war das Gebäude ein Tanzsaal, in dem gefeiert wurde.

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Blick von oben auf den Innenhof mit Sitzgelegenheiten für die Gäste. Der Hof umfasst zusätzlich zum Gästehaus noch Räumlichkeiten für Events & Feiern, sowie eine Küche und einen Speisesaal für’s Teamkochen.

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Alte Elemente werden hier erhalten & wertgeschätzt. Diese bilden eine perfekte Ergänzung zu dem modernen Gästehaus.

Unser Fazit: Eine wunderbare Wanderung mit einem krönenden Abschluss. Wir haben uns rundum wohl gefühlt & kommen sicher gerne wieder. Die Freundlichkeit & Herzlichkeit unserer Gastgeber wussten wir wirklich sehr zu schätzen. Danke für alles!

Weitere Infos unter: http://www.tappes-hofgarten.de/

HEJ LIV zählt auch zu den Partner-Links von Tappe’s Hofgarten: http://www.tappes-hofgarten.de/links.html

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