Polarnächte Lofoten.

Lofoten/ Norwegen (Dezember 2017/ Januar 2018). – Eigentlich hatten wir ja bereits einen grandiosen skandinavischen Winterurlaub dieses Jahr. Und eigentlich ist es fast übertrieben, wieder in den Norden zu reisen. Eigentlich. Und überhaupt: Im Dezember nach Nordnorwegen fliegen? Da geht die Sonne doch gar nicht auf! Es herrscht Polarnacht. Wie ist das so? Und ehe man sich versieht, ist alles gebucht. Es soll zu den Lofoten gehen. Noch nie war ich so gespannt, wie dieses Mal – wird es die ganze Zeit über dunkel sein? Was macht man dann den ganzen Tag? Lohnt sich die Reise überhaupt? Fazit: Sie lohnt sich – und wie!

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Die Lofoten. Entweder hat man schon 1000x von ihnen gehört oder man kann gar nichts damit anfangen. Es handelt sich um eine Inselgruppe in Nordnorwegen, die sich oberhalb des Polarkreises befindet. Das heißt, wenn im Winter Polarnacht herrscht, dann geht dort die Sonne nicht mehr auf. Ist man genau auf dem Polarkreis, dauert diese Dunkelzeit 1 Tag lang. Je weiter nördlich, desto länger ist die Phase. Am Nordpol selbst ist sie sogar fast ein halbes Jahr lang. Wir sind nach Svolvær gereist – und hier verschwindet die Sonne Anfang Dezember und lässt sich erst wieder Anfang Januar blicken. Und dann Silvester dort verbringen? Das hat mich zunächst nervös gemacht. Sieht man dann überhaupt etwas? Das Spannendste für mich also – der erste Morgen vor Ort.

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Kein Sonnenaufgang, kein helles Licht, das langsam den Tag einläutet. Nein. Der Morgen beginnt mit einem klaren Hellblau und mischt sich mit einem Hauch von Rosa. Still liegt die Natur da. Und auf der Terrasse unseres norwegischen Fischerhäuschens genießen wir diesen ganz besonderen Anbruch des Tages. Es ist magisch.

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Man gewöhnt sich daran, dass der „Tag“ nur von 9.30 Uhr bis 15.00 Uhr dauert. Wenn der Himmel klar ist, gehen wir auf Tour mit unserem Mietwagen und erkunden die Umgebung. Durch die klirrende Kälte sind die Fjorde zum Teil zugefroren und präsentieren einmalige Formationen aus Eis. Immer wieder halten wir an und staunen über die Landschaft.

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Ein Ziel, das wir alle unbedingt sehen wollen – Hauklandstranda (Haukland Beach). Ein Surferparadies mit einer äußerst ungewöhnlichen Kulisse. Hohe, schneebedeckte Berge & die raue Natur. Dazu feiner, heller Sand und das Rauschen des Meeres. Im Sommer sieht das Wasser hier wohl karibisch aus. Ein wunderschöner Ort.

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Fest davon überzeugt, dass es auf den Lofoten weder Rentiere, noch Elche gibt, können wir unseren Augen nicht trauen, als plötzlich am Wegesrand eine kleine Elchdame auftaucht. So nah dran konnten wir diese Tiere noch nie beobachten. Sie ist neugierig, das verschafft uns Zeit für Fotos. Aber nach wenigen Minuten wird es ihr zu bunt und in ihrem staksigen Laufschritt eilt sie schließlich durch den Tiefschnee davon. Eine Begegnung für’s Herz.

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Die Abende brechen früh herein und somit verbringen wir auch gerne Zeit in unserer hyggeligen Hütte. Bei selbst gemachtem Glühwein-Tee oder heißer Schoki mit Schuss lässt es sich auch ganz gut aushalten. Gekocht wird eigentlich immer selbst – jeden Tag freuen wir uns auf unser Essen, bei dem wir in langer Unterhose am Tisch sitzen können. Candlelight-Dinner nach unserem Geschmack.

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Neben klaren Tagen hoffen wir natürlich auch täglich auf klare Nächte. Denn die Dunkelheit wird hier oberhalb des 66. Breitengrades mit ganz viel Glück von hellem, grünem Licht verjagt. Den Polarlichtern. Schon vertraut mit den nötigen Bedingungen und den ersten optischen Anzeichen am Himmel, starren wir ständig aus dem Fenster und halten Ausschau. Und dürfen uns schließlich über Wahnsinns-Formationen freuen. Wie ein Flaschengeist scheint das magische Licht aus dem Hügel empor zu steigen.

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Zum ersten Mal spiele ich etwas mehr mit meiner Kamera & der Langzeitbelichtung. Und ich stelle fest: Neben den Nordlichtern lohnt sich auch ein nächtliches Bild von dem Panorama vor unserem Fischerhäuschen. Spiegelung inklusive.

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Wenn es hier allerdings schneit, scheint es wirklich den ganzen Tag über dunkel zu bleiben. Die Wolken und dicken Schneeflocken verschlucken dann förmlich das bisschen Licht, was noch da ist. Aber auch das hat seinen eigenen Charme – kurz nach Weihnachten sind die norwegischen Häuser im typischen Falun-Rot hier nämlich noch festlich geschmückt und man fühlt sich wie in einem Weihnachtsdorf.

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Bei Schneefall ist der Sturm nicht mehr weit. Also ab an die Küste & die Wellen beobachten. Für mich einer der beeindruckendsten Momente dieser Reise – der Wind peitscht, die Wellen toben. Die Felsen wirken schwarz, daneben das petrolblaue Wasser. Über uns ist der Himmel dunkelgrau und am Horizont gibt es etwas Licht. Skurril.

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Und am nächsten Tag ist wieder alles vorbei. Der Wind hat sich zurück gezogen. Der Himmel ist klar. Die Natur hat Ruhe gefunden – und strahlt eine magische Erhabenheit aus. Von diesem Anblick kann man sich kaum trennen – aber der Tag ist kurz und wir wollen noch einen Berg besteigen, also geht es weiter.

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Ziel ist der Gipfel des Mannen – einem Berg am Haukland Beach. Der Aufstieg ist abenteuerlich und glatt. Bald stellen wir fest, dass es sicher besseres Schuhwerk für dieses Vorhaben gegeben hätte. Mühsam kämpfen wir uns hoch. Im Schnee ist es beschwerlich und bei meiner leichten Erkältung komme ich irgendwann an meine körperlichen Grenzen. Ich selber schaffe es daher nicht ganz nach oben, aber auch von meiner Position aus bekomme ich eine fantastische Aussicht geboten. Die Anstrengungen sind schnell vergessen. Zurück rutsche ich größtenteils auf meinem Allerwertesten den Berg hinunter & fühle mich wie ein kleines Kind. Herrlich.

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Neben Silvester feiern wir hier im hohen Norden auch meinen 30. Geburtstag, den ich so schnell nicht vergessen werde. Kuchen & Kerzen-Auspusten inklusive. Mein einmaliges Geschenk – eine Walsafari mit Sichtung eines riesigen Pottwals, die wir wenige Tage zuvor erlebt haben.

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Zum krönenden Abschluss speisen wir noch bei einem Glas Prosecco vorzüglichen Stockfisch (durch Trocknung haltbar gemachter Dorsch) in der Børsen Spiseri, der größtenteils erhaltenen, 1828 erbauten hölzernen Fischannahmestelle von Svolvær. Uriger & norwegischer geht es kaum. Und damit schließen wir einen unvergesslichen Urlaub glückselig & voller neuer Eindrücke ab.

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Roadtrip in den Norden. – Teil 5 / Stedsans in the Woods.

Roadtrip in den Norden. – Teil 4: Roadtrip in den Norden. – Teil 4 / Naturreservat Glaskogen.

T E I L 5 – S T E D S A N S  I N  T H E  W O O D S

August 2017. – Es lagen nun bereits knapp 2 Wochen „on the road“ hinter uns. Von Deutschland ging es nach Kopenhagen/ Dänemark, über die Öresundbrücke nach Schweden. Entlang der Westküste führte der Weg über Höganäs, Mölle, Torekov und Göteborg bis ins Landesinnere zum Naturreservat Glaskogen. Auf der Reise zurück in die Heimat sollte es für uns aber noch ein besonderes Highlight geben. Stedsans in the Woods.

IMG_4447Ich hatte kurz vor unserer Reise in einem Lifestyle-Magazin davon gelesen – und wie der Zufall es so wollte, lag der kleine Ort Hyltebruk (mehr oder weniger) ohnehin auf unserer Route. Also musste ich mir einfach den kleinen Traum erfüllen, dort Halt zu machen.

Was genau ist „Stedsans in the Woods“? Dies ist einfach ein Erlebnis. Eine Möglichkeit, der Natur in ihrer kulinarischen Vielfältigkeit zu begegnen. Und dabei zu lernen, dass ein nachhaltiger, ökologischer & bodenständiger Lebensstil inspirierender und beeindruckender sein kann, als jedes 5-Sterne-Luxushotel.

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Die Gastgeber Mette Helbæk und Flemming Hansen hatten früher ein beliebtes Dachgarten-Restaurant in Kopenhagen. Dann hatten sie eine Vision – in und mit der Natur zu leben und zu arbeiten. Und ihren Gästen die Möglichkeit zu verschaffen, diesen Lebensstil mit allen Sinnen erleben & erfahren zu können. Also kauften sie ein großes Grundstück, mitten in den südschwedischen Wäldern, direkt an einem See. Und aus der Vision wurde Realität – mit viel Arbeit & Herzblut wurde ein Fleckchen Erde geschaffen, das ich so noch nicht gesehen habe. Ein Restaurant, mitten im Wald, gebaut aus Holz & nur beleuchtet mit Kerzen. Direkt daneben die Waldküche. Gekocht wird für die Gäste nur mit Gas und Feuer, ohne Strom. Übernachten können die Besucher dann in befestigten Beduinzelten oder im eigenen Zelt. Ermöglicht wurde der Start dieses Projektes übrigens durch Crowdfunding.

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Nachmittags kamen wir dort auf dem Gelände an und mussten zu Fuß einen schlammigen, engen Pfad entlang, über Pfützen und rutschige Holzplanken, da uns hier Schilder die Richtung „zur Rezeption“ anzeigten. Noch konnte man sich nicht vorstellen, dass man hier wirklich richtig war – das sollte der offizielle Weg sein? Sollten wir vielleicht lieber umdrehen und eine andere Route nehmen? Schnell wurde klar, dass Gummistiefel definitiv das A und O waren – und der Weg zum Empfang schon der erste Kontakt mit der wilden Natur.

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Die Rezeption  – wunderschön, oder? Unter einem Sonnensegel standen Holzkisten und Korbsessel mit Schafsfellen bereit, um es sich bei einem Gläschen Apfelschaumwein und zwischen bunten Gartenblumen gemütlich zu machen. Das Wetter war traumschön, also haben wir es genossen, lange dort zu verweilen. Den ersten Snack gab es dann auch schon – eine Gemüseplatte mit Tomaten, violettem Kohlrabi, Fenchelknollen und Brokkoliblüten. Dazu eine frische Creme. Alles stammte aus dem eigenen Anbau oder aus der Nachbarschaft. Es schmeckte einfach traumhaft und stimmte uns auf dieses Naturerlebnis gebührend ein.

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Die Zeit bis zum Abendessen haben wir uns mit einem erfrischenden Bad im kühlen See und einem anschließenden Gang in der schwimmenden Sauna vertrieben. Definitiv eine Erfahrung wert – auch wenn der Sprung ins kühle Nass einiges an Überwindung kostet. In der Sauna stand dann selbstgemachtes Körperöl mit Zitronenduft für die kleine Portion Wellness bereit.

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Abends wurden die Gäste dann zu Tisch gebeten – im Waldrestaurant. Auf den Tischen lagen Decken aus Leinen in dunklen Naturfarben, das Geschirr war zusammen gewürfelt. Kerzen und frische Blumen in der Vase dienten als passende Dekoration. Auf kuscheligen Schafsfellen konnte man dann Platz nehmen. Fasziniert von diesem Arrangement und voller Vorfreude auf das anstehende Dinner, fing der Magen an zu knurren – und dann ging es endlich los.

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Was soll ich sagen? Ich habe noch nie so besonders, so fürstlich, so gesund und so genussreich gespeist wie an diesem Abend. Jeder der insgesamt 5 Gänge wurde zelebriert wie ein Feiertag. Es gab immer Schüsseln oder Platten auf dem Tisch, von denen sich die Gäste dann bedienen konnten – und immer wieder ein anderes besonderes Getränk dazu. Es war sehr gesellig und mit unseren neu gewonnenen Freunden konnten wir einen wirklich unvergesslichen Abend genießen.

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Es gab zum Beispiel selbst angebaute Kartoffeln mit Wildkräutern und essbaren bunten Blumen, dazu ein floraler Holunderwein. Ich glaube, ich habe noch nie so viele besondere und ungewöhnliche Geschmacksrichtungen geschmeckt, wie an diesem Abend.

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Und so saßen wir da – alle zusammen, bei einem Gläschen Wein, und erzählten uns Geschichten aus dem Leben. Schließlich erhellten nur noch die Kerzen das Waldrestaurant, während man bis spät abends die Köstlichkeiten des Menüs mit Leib & Seele genoss. Zum Abschluss gab es noch einen heißen Kaffee & Schokolade am Lagerfeuer, bis wir schließlich müde, wohlig rund & zufrieden ins Zelt kullerten und die Nacht im Wald verbrachten.

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Alle Übernachtungsgäste konnten es sich am nächsten Morgen noch beim Frühstück im Waldrestaurant gutgehen lassen. Selbst gebackenes Brot, hauseigener Käse, Marmeladen, Nüsse, Joghurt, Früchte – hier wurde jeder fündig.

IMG_4497.JPG Als ein besonderes Highlight ist vielleicht noch zu erwähnen, dass Spiegeleier und Pilze auf Bestellung frisch in einer gusseisernen Pfanne über dem Lagerfeuer zubereitet wurden. Und natürlich wurden auch diese mit frischen Kräutern oder Blumen dekoriert.

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Ein wahnsinnig schönes Erlebnis, mit ganz viel kulinarischen „Ausflügen“ in die Vielseitigkeit der Natur. Das Projekt „Stedsans in the Woods“ wächst weiter – geplant ist ein verglastes Restaurant mit Blick auf den See. Und die Gastgeber haben noch jede Menge anderer Ideen – es lohnt sich also, dort (noch einmal) vorbei zu schauen: https://www.stedsans.org/

Für uns war es die letzte Station unseres Roadtrips durch den Norden – und ein wirklich perfekter Abschluss dieser Reise.

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Roadtrip in den Norden. – Teil 4 / Naturreservat Glaskogen.

Roadtrip in den Norden. – Teil 3: Roadtrip in den Norden. – Teil 3 / Göteborg.

T E I L 4 – N A T U R R E S E R V A T  G L A S K O G E N  

August 2017. – Unser Roadtrip ging nun von Göteborg weiter in den Norden, ins Landesinnere. Das Ziel: Die pure Natur. Genauer gesagt: Das Naturreservat Glaskogen.

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Nach mehreren Tagen unterwegs sehnte man sich jetzt irgendwie danach, endlich mal irgendwo „anzukommen“. An einem Ort – so hofften wir – wo man die schwedische Natur hautnah erleben & genießen konnte. Soviel vorab: Unsere Erwartungen wurden mehr als erfüllt.

Schon auf der Fahrt durch das Naturreservat bis zum Campingplatz konnten wir unseren Augen kaum trauen – überall am Wegesrand standen herrliche Pilze. Was für ein Anblick! In Deutschland muss man diese schließlich sehr lange suchen, denn sie sind rar geworden. Und hier winkten sie einem quasi von überall her zu. Also mussten wir natürlich anhalten und sie von Nahem bewundern – und haben uns bei der Gelegenheit direkt unser Abendessen gesichert. Da ich schon als Kind am Wald gewohnt und die Pilzlehre früh beigebracht bekommen habe, konnte ich mir zum Glück sicher sein, dass wir etwas Genießbares auf der Gabel haben würden.

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Auf dem Campingplatz angekommen, haben wir uns einen abseits gelegenen Stellplatz ausgesucht – ohne Strom, dafür mitten im Wald und mit einem Wahnsinnsblick auf den See. So viel Ruhe – unglaublich! Haben dieses schöne Fleckchen Erde direkt für 6 Tage gebucht. Hier wollten wir bleiben.

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Im ersten Moment war es etwas, nun ja, gewöhnungsbedürftig keine Aufgaben, keine Termine und keine Geräusche um einen herum zu haben. 6 Tage in und mit der Natur leben – aufregend & inspirierend zugleich.

Mit leckeren, geschmorten Waldpilzen auf dem Teller und selig mümmelnd am Lagerfeuer merkten wir schnell, dass es das war, worauf wir gewartet hatten.

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Die nächsten Tage waren sonnig, die Nächte allerdings klar & kalt. Der gute Schlafsack machte sich also bezahlt – und auch, dass ich wie für einen Winterurlaub gepackt hatte. Mit Mütze und Thermounterwäsche konnte man es im Zelt dann doch gut aushalten. Und irgendwie machte es den Natururlaub ein wenig abenteuerlicher.

Meine Gummistiefel, die ich mir erst kurz vor dem Urlaub zugelegt hatte, waren übrigens ebenfalls Gold wert und sollten bei einem Campingurlaub in Schweden unbedingt ganz oben auf der Packing List stehen.

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Die nächsten Tage haben wir vor allem damit verbracht, das Naturreservat beim Wandern zu erkunden. Eine Wanderkarte gibt es übrigens nur dort „analog“ zu kaufen und sie ist nicht im Internet einsehbar. Durch den Kauf einer solchen Karte unterstützt man aber auch das Reservat und dessen Instandhaltung.

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Die sehr gut gekennzeichneten Wanderouten führten sozusagen über Stock & Stein, bergauf und bergab, durch Wiesen & Wälder, vorbei an Blumen & Bächen. Es ist so abwechslungsreich, dass man eigentlich alle paar Meter halten und sich staunend umsehen könnte. Und wenn man etwas Glück hat, entdeckt man zufällig auch seltene Vögel, wie den Auerhahn. Dieser stieg plötzlich aus einem dichten Bodenbewuchs auf, während wir seelenruhig Blaubeeren verspeisten. Mehr schwedische Natur geht kaum.

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Apropos Beeren: Hier im Naturreservat konnte man ziemlich gute Stellen finden, um sich ordentlich den Bauch damit vollzuschlagen. Mit süßen, aromatischen, fruchtigen Blaubeeren, aber auch mit knallroten Preiselbeeren. Ich muss gestehen, ich musste zur Sicherheit Google befragen, ob sie es wirklich sind, bevor ich mich getraut habe, davon zu probieren. Habt ihr sie schon einmal frisch gegessen? Sie schmecken herb und bitter und haben nicht viel mit den Preiselbeeren zutun, die man als süße Variante zum Beispiel vom Köttbullar-Essen kennt. Daher verzehrt man sie eigentlich nur gezuckert und eingekocht.

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Von den Blaubeeren hingegen konnten wir meistens nicht genug bekommen und haben uns welche mitgenommen, um unser Waldfrühstück ein wenig aufzuwerten. Es hat schon etwas für sich, morgens nach einer kühlen Nacht im Zelt ein Lagerfeuer anzuzünden und beim Frühstück mit einem Granola-Beeren-Müsli den Tag urig & gemütlich zu beginnen.

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Einen Tag haben wir natürlich auch mal eine Pause eingelegt und konnten einfach entspannen & unser besonderes Fleckchen Erde genießen. Mit Zimtschnecke, Käffchen (= fika!) und Buch konnte man es auch echt gut aushalten. Und abends, kurz vor der Dämmerung, ging es dann mit dem Auto auf Pirsch. Denn: In dieser traumschönen Natur leben natürlich auch sie – die Elche. Uns wurden zwei erfolgversprechende Routen empfohlen, bei denen man beliebte Futterplätze abfahren konnte. Leider, leider sind wir nicht fündig geworden – nach 3h hatten wir nur ein Kaninchen und eine Kröte gesehen. Aber auch die „Jagd“ nach dem König der Wälder und das Mitfiebern beim Absuchen der Landschaft machen schon richtig Spaß, daher sollte man es auf jeden Fall immer wieder versuchen (im Winterurlaub in Schweden hatten wir mehr Glück, zu lesen unter: Schwedisch Lappland. – „The simple life“ über dem Polarkreis.).

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Einen weiteren Tag ging es auf Kanutour über die Seen des Naturreservats. Das war eine tolle Gelegenheit, den Glaskogen mal von einer anderen Seite zu betrachten, die Sonne zu genießen und abgelegene kleine Inseln zu erkunden. Wenn man dann nach 6h Tour  bei einem Teller Pasta und einer heißen Schokolade zum Nachtisch am Feuer sitzt, ist man einfach erschöpft und happy zugleich.

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Nach ganz viel schwedischer Natur, tollen Wanderungen, herbstlichem Camping & viel Erholung sollte es dann wieder allmählich zurück gehen. Richtung Heimat. Es stand aber noch ein aller letzter Stopp auf unserer Agenda – Stedsans in the woods. Seid gespannt.

Roadtrip in den Norden. – Teil 5 / Stedsans in the woods. (folgt) …

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Roadtrip in den Norden. – Teil 3 / Göteborg.

Roadtrip in den Norden. – Teil 2: Roadtrip in den Norden. – Teil 2 / Schwedens Westküste.

T E I L 3 – G Ö T E B O R G

August 2017. – Auf unserem Weg von Deutschland über Dänemark bis nach Schweden ging es weiter die Westküste entlang. Nach 2 Tagen in der Natur inklusive Wandern & Camping stand nun wieder eine Stadt auf dem Programm. Göteborg.

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Für die Nacht war jede Menge Regen angekündigt – daher war Camping (leider) keine Option. Also haben wir spontan in der Stadt ein Backpackers Hotel bezogen. Das war, sagen wir mal, so „schön“, dass wir beschlossen haben, ab da nur noch in unserem Zelt zu übernachten – komme was wolle.

Die Stadt konnten wir zu Fuß erkunden. Zufällig wohnten wir ganz in der Nähe der tollen, schnuckeligen Altstadt Haga. Wer süße schwedische Häuschen, ein bisschen studentisches Flair & individuelle Shops sucht, der ist hier genau richtig.

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Das Leben spielt sich auf der Straße ab – egal bei welchem Wetter. Man sitzt beisammen beim Käffchen & einer Zimtschnecke (= „fika“) und plaudert über den Alltag. In den Gassen herrscht eine entspannte & einladende Atmosphäre. Mit eiserner Disziplin sind wir an all den Leckereien vorbei geschlendert und haben diese nur aus der Ferne bewundert. Sonst kommt man am Ende mit einer „Kanelbulle“ (= Zimtschnecke) mehr auf den Hüften wieder aus dem Urlaub zurück. 🙂

Auf einmal hatte ich einen blumigen, angenehmen & natürlichen Duft in der Nase – und da fiel es mir auf: Ein verstecktes Lädchen, das mit dem Slogan „Support your local soapdealer“ warb. Tvåla & Tvaga – eine Seifenmanufaktur.

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Die bereits schon vor dem Laden äußerst ansprechende Vintage-Dekoration mit alten Möbeln, Bilderrahmen & Waschutensilien setzte sich dann auch im Innern fort. Neben einer alten Emaille-Waschschüssel konnte man auch eine freistehende Badewanne, sowie allerhand Bürsten & Krüge finden. Und natürlich die hausgemachten Produkte – Seife, Seife, Seife. Ich konnte gar nicht genug davon bekommen, an den ganzen Varianten, wie Lavendel, Olivenöl & Co. ausgiebig zu schnuppern. Natürliche Aromen machen einen irgendwie sofort happy.

Nach einem kurzen Schwatz mit der Besitzerin, die mir versicherte, dass sie ihre Seifen mit den eigenen Händen in der Werkstatt hinten im Laden frisch herstelle, konnte ich gar nicht anders – und habe mit dem Kauf einer Pfefferminzseife den „lokalen Seifenhändler unterstützt“. Die Seife roch übrigens so intensiv, dass unser Auto den Rest des Roadtrips sehr frisch & nach Kaugummi geduftet hat. (Link zum Shop: https://tvalaochtvaga.se/)

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Durch die Lage am Meer ist Göteborg, ähnlich wie Kopenhagen, vom Stil her sehr maritim und nordisch geprägt. Und natürlich gibt es auch hier: Fisch. Das Besondere ist, dass es in der Innenstadt eine große, alte Fischhalle gibt, die als „Fischkirche“ bezeichnet wird – dafür spricht die architektonische Form des Gebäudes. Im Innern kommt dann jeder Liebhaber von Meeresfrüchten auf seine Kosten.

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Wir haben uns an dem Tag (wie so oft auf dieser Reise) einfach durch die Gegend treiben lassen und haben geschaut, was wir so entdecken. Neben vielen, schönen kleinen Shops sind wir auch immer wieder auf tolle Blumenläden gestoßen – die ich natürlich fotografieren musste. Blumen machen einfach alles schöner.

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Am Abend gab es noch ein leckeres Pale Ale in der „Bar normal“. Dort konnte man das entspannte, studentische Flair genießen & beim fruchtigen Melone-Honig-Aroma des Bieres die letzten Tage Revue passieren lassen. Am nächsten Tag sollte es dann schon weiter gehen – weiter Richtung Norden. Ins wunderschöne Naturreservat Glaskogen. Wir konnten es kaum erwarten, endlich in der puren, schwedischen Natur anzukommen.

Roadtrip in den Norden. – Teil 4 / Naturreservat Glaskogen. (folgt) …

Roadtrip in den Norden. – Teil 2 / Schwedens Westküste.

Roadtrip in den Norden. – Teil 1: Roadtrip in den Norden. – Teil 1 / Kopenhagen.

T E I L 2 – S C H W E D E N S  W E S T K Ü S T E

August 2017. – Von Kopenhagen aus ging unser Roadtrip via Öresundbrücke weiter nach Schweden. Die erste Nacht (in der wir uns eigentlich fest vorgenommen hatten, endlich unser Zelt aufzustellen) haben wir dann doch in einem Bed & Breakfast in Höganäs verbracht (gut so, denn es regnete die ganze Nacht). Es war außerdem sehr schön, den ersten Kontakt mit Einheimischen zu haben. Tatsächlich habe ich sogar allen Mut zusammen genommen und unseren Gastgebern einen „trevlig kväll“ gewünscht (= Schönen Abend!). Zu dem Zeitpunkt hatte ich dann das Gefühl, dass mein vorheriger Sprachkurs tatsächlich etwas gebracht hat.

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Von Höganäs ging es dann weiter nach Mölle und ins Kullabergs Naturreservat. Hier haben wir zum ersten Mal den Blick auf das Meer so richtig genießen können. Die Sonne schien von einem strahlend blauen Himmel und eine frische Brise wehte uns ins Gesicht. Dabei sind wir ein bisschen über die Steinklippen geklettert und haben die Natur bewundert, die sich hier in voller Pracht einen schönen Lebensraum erschlossen hat. Und überall findet man sie – die Schwedenhäuschen in ihrem typischen Falunrot.

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Wusstet ihr, dass die Schweden im Schnitt 5x am Tag „fika“ machen? Das bedeutet so viel wie Kaffeepause mit Kaffee und einer Kleinigkeit zu Essen. Überall im Land gibt es das (selbstverständliche) Angebot, dies ausgiebig zu praktizieren. Und da ich mich gerne dieser tollen Eigenart anschließen wollte, haben wir solche besonderen Pausen natürlich oft eingebaut. 🙂

Weiter ging es dann nach Torekov, unserem nächsten Halt. Wie so oft auf dieser Reise haben wir schnell im Handy geschaut, wo man denn unterkommen könnte. Das Wetter passte, also diesmal wirklich Camping. Wir hatten Glück, der Campingplatz direkt am Meer hatte noch ein super Plätzchen frei. Und bei einer Kanelbulle (= Zimtschnecke) mit heißer Schokolade, waren wir ganz stolz, bisher alles gut gemeistert zu haben.

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Am nächsten Tag ging es, nach einem ausgiebigen Frühstück, auf eine lange Wandertour entlang der Steinküste. Dieser Wanderweg wird als Etappe 17 des Skåneleden bezeichnet und führte zufällig an dem Strandabschnitt unseres Campingplatzes vorbei. Also hieß es: Tagesrucksack packen und los!

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Das Wetter war unerwartet traumhaft und sollte am Ende des Tages Schuld an unserem Schweden-Sonnenbrand im Gesicht sein. Die Wanderung war ganz besonders – es ging viel über Steine und Felsen, durch Kleinbiotope und über Schafsweiden. Dass an so einem ungewöhnlichen Ort tatsächlich Schafe ein gemütliches Plätzchen gefunden hatten, konnte ich irgendwie kaum fassen. Aber denen schien es dort richtig gut zu gehen, mit frischer Meeresluft in der Nase und den warmen Sonnenstrahlen auf dem Pelz. Manche waren sogar zu einer Kuschelaudienz bereit.

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Bis dahin hatte ich geglaubt, an einer Schafsfellallergie zu leiden. Aber selbst nach ausgiebigen Streicheleinheiten ging es mir weiterhin bestens, sodass ich mit dem Mythos abschließen konnte.

In einem versteckten, kleinen Hafen mit bunten Bootshäuschen haben wir Pause gemacht. Mit einer Zimtschnecke im Bauch lässt es sich auch einfach besser wandern.

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Schließlich kamen wir an einem Café an, das wir für uns als „Wendepunkt“ der Wanderung ausgewählt hatten. Ab da ging es dann wieder zurück. In vollem Vertrauen, dass es sicher einen anderen Rückweg gäbe, als unseren Hinweg, sind wir querfeldein wieder Richtung Campingplatz gestiefelt. Leider haben wir uns dabei vollkommen verhaspelt, mussten an Straßen entlang (und über Privatgrundstücke oder Acker) und hatten in der prallen Sonne relativ schnell „den Kaffee auf“. 🙂

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Sagen wir, problematisch wird es, wenn man keine Essenvorräte mehr hat, sich der Weg zieeeeht wie Kaugummi & man sich dann innerlich in die Grillwürstchen, die in Aussicht stehen, hineinsteigert. Wir haben dann aber irgendwann entschieden, es mit Humor zu nehmen & den langen Umweg für schöne Fotos zu nutzen. Und im Nachhinein sind es gerade diese Momente, die einen an idyllische schwedische Spätsommertage zurück denken lassen. Also hatte es doch auch irgendwie etwas Gutes.

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Ganz begeistert war ich, als wir am Feldrand einen Bauernwagen entdeckt haben, der frisches Gemüse zum „selbst bedienen“ angeboten hat. Wie schön, dass es sowas hier gibt – skandinavisches Landleben, wie ich es mir vorstelle. Wenn wir nicht schon völlig kaputt gewesen wären, hätten wir vielleicht noch etwas mitgenommen – aber zu diesem Zeitpunkt war leider jedes Gramm im Rucksack zu viel.

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Nach geschätzten (mindestens!) 18 km über Stock und Stein (und verbotenerweise über einen Golfplatz und über Elektrozäune hinweg) kamen wir dann (endlich, endlich) wieder am Campingplatz an. Ich glaube, ich habe mich noch nie so sehr über ein Grillwürstchen gefreut, wie an diesem Abend.

Am folgenden Tag sollte es dann von Torekov weiter gehen – nächster Halt: Göteborg.

Roadtrip in den Norden. – Teil 3 / Göteborg.

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Roadtrip in den Norden. – Teil 1 / Kopenhagen.

August 2017. – Dieser Sommerurlaub sollte anders werden. Ungezwungener, entspannter, planloser. Einfach: freier. Wir wollten es ausprobieren – den Luxus des Reisens ohne jegliche Struktur und Zeitvorgaben. Einfach los. Richtung Norden.

Ich nehme euch mit auf unseren Roadtrip von Deutschland, über Dänemark, entlang der schwedischen Westküste, bis hin zu einem besonderen Naturreservat in der schwedischen Provinz Värmland und zurück über Hyltebruk mit einem kulinarischen Walderlebnis.

Was erwartet euch? Städte, Kulinarisches, unterwegs sein, Camping mit Zelt, Wandern, Skandinavien-Highlights, das einfache Leben & ganz viel Natur.

T E I L 1 – D Ä N E M A R K / K O P E N H A G E N

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Die erste Tour ging von Deutschland aus direkt bis nach Kopenhagen. Das war ein ganz schöner Ritt & da das Wetter mittelprächtig war, entschieden wir uns, spontan ein Hotel zu buchen. Sagen wir mal, es hätte sich sicher gelohnt, vorher etwas zu reservieren und auch zu wissen, in welchem Stadtteil man am besten unterkommen sollte. Aber es war spät, als wir ankamen und es hat uns unwissentlich ins „Rotlichtmilieu“ verschlagen. Das Hotel war ganz normal, aber unglaublich teuer. Beim nächsten Mal wären wir sicher woanders eingekehrt. 🙂

Nach ausgiebigem Schlaf sind wir dann zu Fuß losgezogen & für das Frühstück beim Woodah Hostel (http://woodah-hostel.com/) gelandet.

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Ein richtig schönes, kleines, individuelles Hostel – etwas versteckt im Stadtbezirk Vesterbro. Hier kann man neben tollem Kaffee & Frühstück, auch lokal gebrautes Bier genießen oder etwas „spezieller“ übernachten (schaut es euch mal auf der Homepage an).

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Beim Käffchen konnte man ganz entspannt in der Sonne sitzen und das süße Frühstück genießen. Von dort aus ging es dann zu Fuß weiter in die Innenstadt der dänischen Hauptstadt.

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Wir haben uns (getreu dem Motto unserer Reise) etwas planlos durch die Stadt treiben lassen und diese ganz frei von Erwartungen auf uns wirken lassen.

Eine unserer Entdeckungen war der Tivoli Freizeitpark, der sich mitten in der Innenstadt befindet und den man nicht gerade hier erwarten würde. Wir haben nur von außen einen Blick auf die Attraktionen gewagt – beim nächsten Mal gehen wir vielleicht auch mal als Besucher rein.

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Beim Spaziergang entlang der Hafenbecken kommt man sich ein bisschen vor, als sei man in Hamburg. Durch die Lage an der See herrscht hier natürlich ein besonderer, maritimer Flair. Es gibt Cafés und Restaurants direkt am Wasser, man bekommt überall Fisch angeboten & es riecht dort irgendwie nach Urlaub. Hach, herrlich!

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Das Standard-Touri-Foto durfte natürlich nicht fehlen – die bunte Häuserreihe am Nyhavn. Hier befindet sich der absolute Hotspot für alle Kopenhagen-Besucher und ist sicherlich der Ort, den man einfach untrennbar mit dieser Stadt verbindet. Wir hatten Glück, es kam gerade die Sonne raus und die Szene war irgendwie kitschig und schön zugleich. Aufgrund der Massen an Touristen wollten wir allerdings nicht zu lange dort verbringen und haben uns einfach weiter treiben lassen.

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Als Mittagssnack gab es einen tollen, frisch gepressten Superfrucht- und Supergemüse-Saft bei Flax & Beets. Yummi. Total niedlicher Laden, quasi im Souterrain gelegen & richtig hübsch eingerichtet.

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Durch die gaaanz vielen Vitamine in unseren Flamingo-pinken Säften konnten wir ein bisschen auftanken & für die weitere Stadttour neue Kräfte sammeln. Es zog nämlich eine frische Brise auf und nach unserem Power-Getränk fühlten wir uns irgendwie vom Immunsystem her besser für den Rest des Tages gewappnet (die Jacken sind an dem Tag nämlich im Auto geblieben – es war ja schließlich Sommer… dieser läuft im Norden allerdings anders ab und das hatten wir irgendwie nicht auf dem Schirm…).

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Weiter ging es durch die Stadt. Richtig toll sind hier vor allem die kleinen Seitenstraßen, wo weniger Touristen unterwegs sind. Da hat man etwas mehr Ruhe und entdeckt viele hübsche Details.

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Ein bisschen Kind sein durfte ich an dem Tag auch – es gab Zuckerwatte! Mitten im Zentrum, auf dem Højbro Plads, stand ein Mann mit seinem kleinen Stand, unter einem süßen Schirmchen und drehte frische blaue & rosafarbene Wolken am Stiel. Himmlisch.

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Nach ganz viel Stadtbummel, kulinarischen Leckereien & mit ordentlich Urlaubsgefühl beladen, haben wir noch ein Abendessen im La Tigella genossen. Wie auch unsere Stopps davor, befindet sich dieses Restaurant ebenfalls im Souterrain. Bei einer einfachen, aber tollen Pizza mit aromatischem Olivenöl aus der Toskana & leckerem Mozzarella haben wir den Tag ausklingen lassen.

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Von Kopenhagen aus ging es dann über die Öresundbrücke rüber nach Schweden. Dort sind wir noch bis Höganäs gefahren und haben ganz spontan bei einer schwedischen Familie geklingelt, die ein „Zimmer frei“ hatte. Zum Glück hatten wir uns gegen das Zelt entschieden – zum einen kamen wir dort im Dunkeln an, zum anderen regnete es die ganze Nacht. So konnten wir im Trockenen ganz in Ruhe ausschlafen, bevor es die nächsten Tage entlang der Westküste gehen sollte.

Roadtrip in den Norden. – Teil 2 / Schwedens Westküste.

Schwedisch Lappland – Winter.

Schwedisch Lappland/ Kiruna/ Paksuniemi. – Februar/März 2017. Letztes Jahr, zur gleichen Zeit, waren wir in Norwegen unterwegs & haben in der verschneiten Küstenlandschaft rund um Tromsö die Nordlichter gejagt. Dieses Jahr sollte es wieder ganz weit in den Norden gehen – der Ort musste unbedingt über dem Polarkreis liegen & gute Chancen bieten, das grüne Naturschauspiel am Himmel bewundern zu können. Nach einiger Recherche fiel unsere Wahl schließlich auf die nördlichste Stadt Schwedens – Kiruna.

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Arktische Landschaften, eine zauberhafte Natur & ganz viel Ruhe. Es war absolut die richtige Wahl. Und um unser kleines „eisiges Abenteuer“ noch ein wenig besonderer zu machen, haben wir eine spezielle Unterkunft ausgewählt. Über Air B’n’B haben wir eine kleine Schwedenhütte gebucht – ohne fließend Wasser, ohne WC. Dafür mit ganz viel Charme, uriger Gemütlichkeit, einem Kamin & einer holzbefeuerten Sauna am Fluss. Bei zum Teil minus 25 Grad Celsius definitiv eine Herausforderung & ein unvergessliches Lebensgefühl zugleich.

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Die Einrichtung ist geprägt von viel Liebe zum Detail & großer Naturverbundenheit.

„Unsere“ besondere, schwedische Holzhütte liegt im Örtchen Paksuniemi, nahe Kiruna. Sie befindet sich auf dem privaten Gelände unserer Gastgeber Fredrik & Jessica und ist eines von drei Gästehäusern dort. Das Grundstück grenzt direkt an den Torne Fluss, welcher zu dieser Jahreszeit komplett zugefroren ist und eine riesige Fläche für winterliche Spaziergänge bietet.

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Das Haus der Gastgeber Fredrik & Jessica.

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Unsere verschneite Schwedenhütte.

Es ist zunächst gewöhnungsbedürftig ohne fließend Wasser und Wasserklosett zurecht zu kommen. Mal eben Hände waschen? Mal eben Nudeln kochen? Wo putze ich mir eigentlich die Zähne? Alles nicht so einfach. Aber genau das machte den Reiz für uns aus.

In der Hütte gibt es mehrere Wassertanks mit frischem Wasser. Dieses kann man nutzen, um Essen zu kochen, Geschirr in einer Schüssel abzuwaschen oder für die schnelle Morgentoilette. Es empfiehlt sich dabei, eine Schüssel mit „Waschwasser“ (Seife, Spülmittel etc.), eine Schüssel mit klarem Spülwasser und einen „Abfall-Eimer“ zu haben. So konnten wir uns irgendwann sehr gut organisieren. Sogar das erste selbst gekochte Essen (traditionell: Spaghetti mit Tomatensoße) funktionierte gut & schmeckte am prasselnden Feuer des Kamins besonders lecker.

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Auf dem Kamin gibt es einen Metalltopf, in dem man, während das Feuer brennt, Wasser für den täglichen Gebrauch erhitzen kann. An den Halterungen darüber kann man gut Handtücher und verschneite Mützen trocken.

Und wie duscht man sich dort eigentlich? In der Hütte selbst ist das nur begrenzt möglich – ein Bad gibt es nicht. Höchstens in einer der Waschschüsseln könnte man es probieren. Hier ist das Leben anders – man wäscht sich tatsächlich in der Sauna!

Die Sauna befindet sich in einem schwedenroten, hölzernen Bootshaus direkt am Fluss. Etwa 1 Stunde, bevor man saunieren & baden will, muss man die Sauna „vorbereiten“. Was das heißt? Zunächst muss man Flusswasser holen. Und zwar aus einem Eisloch, welches man immer wieder frei brechen muss, da es über die Nacht gerne zufriert. Jessica erzählte uns, dass man von dem Flusswasser dort ganz besonders weiches Haar bekäme – na dann nichts wie ran! Aus dem Eisloch schöpft man mit Kellen & Eimern Wasser und bringt dieses zum Bootshaus. Anschließend wird der Kaminofen angefeuert. In einen Tank oberhalb des Ofens kann man Wasser füllen, welches sich nach einer Weile durch die Hitze des Feuers erwärmt.

Da es im Bootshaus keinen Strom gibt, muss man es sich abends mit vielen Kerzen gemütlich machen. In der Sauna kann man dann bei Aufgüssen entspannen & sich anschließend draußen bei arktischen Minusgraden abkühlen. Wer sich traut, kann sich dabei auch mutig in den Schnee legen. Ein echtes Erlebnis! Zum Schluss wäscht man sich dann mit einer Mischung aus dem heißen & dem eiskalten Flusswasser in der Sauna. Ist man fertig, sollte man sich bei diesen Temperaturen beeilen, zügig in die warmen Klamotten zu schlüpfen & sich in die kuschlige Hütte zu verkriechen. Unterwegs können einem nämlich schon mal die Haare anfrieren.

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Das Bootshaus mit Sauna (Blick vom Torne Fluss).

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Im Bootshaus/ Umkleidebereich vor der Sauna.

Was ich in Schweden auch ganz besonders genieße, ist das Einkaufen im Supermarkt – sobald ich die tollen Produkte dort sehe, fühle ich mich irgendwie heimisch. Schnell finden dann Mjölk (Milch), Smör (Butter), Köttbullar (Fleischbällchen), Softbröd (weiches Brot) & Co. ihren Weg in den Einkaufswagen. Und ein gemütliches Frühstück in unserer Hütte, mit Rührei & über dem Feuer gerösteten Brot war einfach nur herrlich.

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Selbst der einfache Granulat-Kaffee schmeckt in so einer Atmosphäre wie ein Kaffee auf Hawaii 🙂

Von Paksuniemi aus kann man viel unternehmen. Lange Spaziergänge am und auf dem eingefrorenen Torne Fluss, Besuch des Icehotels in Jukkasjärvi, Tagesausflug nach Abisko oder eine Elch-Pirsch Richtung Nikkaluokta.

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Eingefrorener & verschneiter Torne Fluss, direkt am Grundstück.

Paksuniemi liegt nahe Jukkasjärvi, wo sich das berühmte Icehotel befindet. Dieses wird jährlich neu aus Eis & Schnee aufgebaut und beherbergt neben entsprechenden Hotelzimmern auch eine Icebar. Hier haben wir es uns nicht nehmen lassen, einen Cocktail aus einem Eisglas zu schlürfen. Um die Hotelzimmer & anderen Eis-Räume sehen zu können, muss man aber leider Eintritt bezahlen.

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Icebar im Icehotel.

Einen Tagesausflug haben wir zum Abisko Nationalpark gemacht (etwa eineinhalb bis zwei Stunden Autofahrt von Paksuniemi). Hier kann man den berühmten Wanderweg „Kungsleden“ beginnen, ein kleines Sami Dorf besuchen, eingefrorene Wasserfälle bewundern und in Björkliden für eine heiße Schokolade einkehren.

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Eisklettern an gefrorenen Wasserfällen im Abisko Nationalpark.

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Landschaften, wie gezeichnet – Strecke zwischen Kiruna und Abisko.

Eine unserer Lieblingstouren war aber die Fahrt nach Nikkaluokta. Warum? Weil man auf den etwa 60 Kilometern zwischen Kiruna und Nikkaluokta die meisten Elche in der Region sichten kann. Und was wäre typischer für Schwedisch Lappland? Wenn man wachsam schaut, entdeckt man einige dieser beeindruckenden Tiere zwischen den Bäumen – beim Entspannen, beim Fressen oder auf der Flucht vor uns. Und mit ein bisschen Glück sind die Fellnasen so nah an der Straße, dass man sie gut vor die Linse bekommt. Aber Vorsicht: Man sollte ihnen mit gewissem Respekt begegnen und nicht zu übermütig werden. Vor allem Mütter mit ihren Kälbern können einen durchaus argwöhnisch betrachten.

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Aber nicht nur Elche sind hier beheimatet – man kann auch Rehwild & Rentiere entdecken. Da Rentiere halbdomestiziert sind, wirken sie etwas zutraulicher & kommen auch schon mal näher an den Beobachter heran.

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Landschaft bei Nikkaluokta.
Mit etwas Fußweg kann man in der Gegend auch den höchsten Berg Schwedens, den Kebnekaise, sehen.

In Nikkaluokta lohnt es sich, in dem (einzigen) Restaurant dort einzukehren. Bei einem Kaffee & einer Waffel mit Moltebeermarmelade (cloudberry jam) kann man es sich in der gemütlichen Wärme gut gehen lassen.

Es lohnen sich aber auch Wanderungen und Ausflüge rund um Paksuniemi, um die arktische Landschaft von Schwedisch Lappland genießen zu können. Oft stapft man dabei durch Tiefschnee, daher empfiehlt sich sehr gutes Schuhwerk (und mit etwas Schnee im Schuh muss man durchaus leben können). Und manchmal können zwischen Nebel und purem Sonnerschein nur wenige Stunden liegen, sodass sich einem immer wieder sehr abwechslungsreiche Landschaften bieten.

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Zwischen den beiden Aufnahmen liegen etwa 2 Stunden.

Während der Wintermonate steht die Sonne auch tagsüber immer recht tief. Legt sich dann zusätzlich ein tiefer Nebel über die Landschaft, hält die Natur einmalige Szenen bereit.

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Schwedenhäuschen im Nebelschleier zur Blauen Stunde.

Die arktischen Temperaturen hatte ich ja bereits erwähnt – während unseres Aufenthalts lag der Rekord bei minus 25°C. Klar, dass man bei den Bedingungen etwas ungerne auf die „drytoilet“ geht oder sich nach der Sauna umzieht (man lernt, schnell zu sein). Aber diese Temperaturen gehören einfach zu Lappland dazu und sind auch das, was man erwartet, wenn man an eine Gegend „oberhalb des Polarkreises“ denkt. Was passiert denn eigentlich, wenn man dann kochend heißes Wasser in die Luft wirft? Mit etwas Glück, das hier:

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Gerne verbringt man bei der Kälte aber auch schöne Momente in ein Rentierfell gekuschelt und mit einer heißen Schokolade auf der eigenen Veranda. Oder man verkrümelt sich an den Kamin und schreibt seine ganzen beeindruckenden Erlebnisse nieder – ich habe dafür „Mein tolles neues Reise-Leben/ Reise-Tagebuch“ von Eine der Guten genutzt (https://www.eine-der-guten.de/einkaufen/index.php).

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Nicht zuletzt waren wir natürlich auch wegen IHR in Schwedisch Lappland – der Aurora Borealis. Die Nordlichter sind unberechenbar – und es hängt von so vielen Faktoren ab, ob man Glück hat welche zu sehen oder nicht. Die Sonnenaktivität, das Wetter, die Zeit. Und man benötigt unermüdliche Reisepartner, die auch bei der größten Kälte immer wieder draußen nachschauen gehen, wie es am Himmel so „aussieht“ & zur Not mit Kamera und Stativ durch den Tiefschnee rennen, nur um gute Aufnahmen zu bekommen. Und wir hatten Glück.

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Nordlicht an einem der Gästehäuser – als würde grüner Rauch aus dem Schornstein kommen.

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Polarlichter über unserer Schwedenhütte.

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Nordlichter im Wald.

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Sternenklarer Himmel über dem Torne Fluss.

Wir haben unsere „arktische Auszeit“ ganz besonders genießen können, da wir uns bei Fredrik & Jessica wie Zuhause fühlen durften. Wir haben mit ihnen wie auf einer Hofgemeinschaft zusammen gelebt, uns viel ausgetauscht & gelacht. Ihre junge Hündin Gördis ist ein kleiner Wirbelwind & kommt jeden Gast an seiner Hütte besuchen und sorgt für eine sehr familiäre Atmosphäre. Authentischer kann man seine Ferien in Schwedisch Lappland einfach nicht verbringen.

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An dieser Stelle noch einmal ganz herzlichen Dank an unsere perfekten Gastgeber für die unvergessliche Zeit, die wir bei ihnen erleben durften. Wir sind immer noch happy, dass wir zum Abschied sogar ein Gläschen frisch eingemachte Preiselbeeren & ein signiertes Foto von Fredrik bekommen haben (Fotografie by Fredrik Ludvigsson: http://www.fredrikludvigsson.com/). Wir kommen sehr gerne wieder!

Wer möchte, dem schicke ich gerne den Link zur Air B’n’B Unterkunft.

Weitere Landschaftsfotografie: Theresia K. on Instagram

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Island Wanderreise – Herbst.

Island / Südisland. – Eine geführte Wanderreise von Reykjavik bis Skaftafell.

Schon vor über einem Jahr haben meine Freundin und ich festgestellt, dass wir beide denselben Traum haben. Eine Wandertour durch Island. Nach allerlei Recherchen und mehreren Besuchen im Reisebüro stand dann schließlich fest, dass September unser Reisemonat sein sollte. Gebucht haben wir über TUI/ Wolters Reisen (https://www.tui-wolters.de/). Es sollten uns 8 Tage voller überwältigender (und fast schon surrealer!) Eindrücke erwarten – eine Reise zwischen Feuer und Eis.

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Tag 1. – Anreise/ Reykjavik. Am ersten Tag kamen wir nach 3,5 h Flug (inkl. 2 Stunden Zeitverschiebung) von Frankfurt a.M. Flughafen endlich in Keflavik an. Nach einem Transfer zu unserer Unterkunft in der Hauptstadt Reykjavik, haben wir uns zügig auf den Weg in die Innenstadt gemacht. Leider war es Sonntagabend, sodass nicht mehr vieles an Geschäften geöffnet hatte. Allerdings boten schon die Auslagen in den Schaufenstern einen ersten Eindruck vom nordischen Leben & Wohnen.

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Das Zentrum von Reykjavik ist geprägt von einer bunten, belebten & künstlerischen Innenstadt. Neben farbigen, mit Wellblech verkleideten Häusern & Malereien an den Hauswänden, findet man zum Beispiel auch hellblau bemalte Fahrräder, kohlartige Blumen in Pflanzenkübeln uvm. Auch kulinarisch wird viel geboten – beispielsweise ein Chuck Norris Burger Restaurant, eine Whiskeybar & landestypisches Essen mit „Gammelhai“ und (zum Nachspülen) den Branntwein Brennivin, auch bekannt als „Black Death“. Am ersten Tag hatten wir leider nicht viel Zeit – die Erkundung der Stadt haben wir daher auf den letzten Tag verschoben. Als abendliches „Highlight“ haben wir noch eine schwefelige Dusche im Hotel genommen – durch die Nutzung von geothermalem Wasser, kann es aus dem Wasserhahn auch schon mal nach faulen Eiern müffeln.

Tag 2. – An Tag 2 begann dann unsere geführte Rundreise. Unser Guide war Anna Laura, eine Isländerin, die deutsch sprach & viel über Land und Leute zu berichten wusste. Mit uns waren noch 3 weitere Mitreisende unterwegs, sodass die Gruppe eine angenehme Größe hatte. Los ging es also mit unserem Gelände-Bus zum ersten Stopp, dem Thingvellir Nationalpark. Dieser war früher die Stätte des ehemaligen Parlaments der Wikinger und ist heute Teil vom UNESCO Welterbe. Hier treffen übrigens die amerikanische und die eurasische Erdplatte aufeinander – an dieser Stelle „wächst“ Island also jedes Jahr ein Stückchen mehr.

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Weiter ging es dann zum geothermalen Gebiet Haukadalur/ Geysir. Hier dampft & brodelt es überall. Bei der Kälte möchte man am liebsten in so eine „Badewanne“ hüpfen – leider sind diese gesperrt, da die Temperaturen bis zu 100°C betragen können. Beobachten kann man hier einen Geysir, welcher etwa alle 4 Minuten aktiv ist und in die Höhe schießt.

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Next stop: Gullfoss, der „Goldene Wasserfall“. Hier stürzt über verschiedene Ebenen eine gigantische Menge Wasser in die Tiefe. Durch die kleinen Wassertröpfchen in der Luft kann man bei Sonnenschein den einen oder anderen wunderschönen Regenbogen beobachten.

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Das Wetter wechselt hier gefühlt jede Stunde, sodass man an einem Tag Sonne, Regen, Wind & Schnee haben kann. Nach dem einen oder anderen Wetterwechsel waren wir also froh über eine heiße Schokolade & zum Tagesabschluss über das heiße Bad in der Geothermallagune Fludir. Heiße Natur-Bäder nennt man hier auch gerne „Hot Pot’s“. In diesen kann man gut und gerne eine Weile seine Zeit vertreiben…

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Tag 3. – Von unserer Unterkunft in Hella aus ging es am nächsten Morgen nach Landmannalaugar. Dieses Gebiet bietet allerlei Farbspektren – neben grünen, bemoosten Abschnitten, präsentiert sich die Gegend vor allem durch rotes Rhyolthgestein & gelbliche Schwefelfelder. Die Wanderung führte vorbei am Vulkan Hekla und über den Brennisteinsalda Vulkan.

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Nach 300 Höhenmetern haben wir bei Eisregen den Gipfel erreicht und uns dann wieder auf den Weg ins Tal gemacht. Da dies ebenfalls geothermales Gebiet ist, riecht es stark nach Schwefel & aus vielen Löchern im Boden steigt heißer Dampf auf. Daher sollte man unbedingt immer darauf achten, wohin man tritt. Der Rückweg führte durch die Graenagil Schlucht, die sogenannte „Grüne Schlucht“. Das grüne Gestein am Schluchtausgang hat diesem Ort seinen Namen verliehen. Den krönenden Abschluss stellte ein heißes Bad im geothermalen Fluss dar. Ein bisschen Mut & Überwindung mussten wir schon aufbringen, da der etwa 300m lange Zuweg von den Umkleideräumen bis zum Fluss im Bikini bei eiskaltem Regen zurückgelegt werden musste. Nicht zu vergessen auch wieder der Rückweg zum Bus… Es hat sich dennoch gelohnt.

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Auf dem Rückweg zur Unterkunft konnten wir noch eine Stelle bewundern, an der Süßwasser auf Salzwasser trifft. Genau dort sah man eine Kante im Wasser, die sich zwischen türkisfarbenem Süßwasser und weißlichem Salzwasser gebildet hat. Nach unserem letzten Stopp am „doppelten Wasserfall“ Hjalparfoss, ging es zurück zur Unterkunft. Gewohnt haben wir in urigen Holzhäuschen, in denen wir es uns abends bei Tee & Pasta gemütlich machen konnten. Durch das Wohnen mitten in der Natur, konnten wir am späten Abend sogar ohne störende „light pollution“ ein Nordlicht beobachten (die Qualität ist so mittelmäßig – aber immerhin ist es mein erstes selbst geschossenes Polarlichtfoto!).

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Tag 4. – Unsere heutige Wanderung ging durch das Tal Thorsmörk. Mit Blick auf den mittlerweile sehr bekannten Vulkan Eyjafjallajökull (der übersetzt einfach „Insel-Berge-Gletscher“ bedeutet), welcher im Jahr 2010 den Luftverkehr durch eine Aschewolke lahmgelegt hat, führte die Wanderung durch eine herbstlich-bunte Landschaft. Satte Farben wie Grün, Rot & Gelb machten den Weg zu einem optischen Highlight. Unterwegs findet man viele spannende Pflanzen, wie z.B. den Arktischen Thymian. Und tatsächlich auch Blaubeeren – wie in Schweden. 🙂

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Der Aufstieg auf etwa 800m Höhe ist nicht ganz ohne und sicherlich nichts für schwache Nerven. Schwindelfrei sollte man sein und auch nicht allzu viele Probleme mit ungesicherten Abgründen haben. Solange man allerdings vorsichtig ist und jeden Schritt gewissenhaft setzt, ist es aber alles in allem zu schaffen – und am Ende wird man mit einem sagenhaften Ausblick belohnt. Gestärkt haben wir uns unter anderem mit Skyr, der isländischen, proteinreichen Milchspeise.

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Auf dem Rückweg zur Unterkunft haben wir noch an einem Gletscher mit sogenanntem „Toteis“ gehalten. Dies wird so genannt, wenn die Spitze der Gletscherzunge keinen Kontakt mehr zum eigentlichen Gletscher hat. Ein weiteres Highlight war noch der Wasserfall Seljalandsfoss, unter dem man hindurch laufen und auch von der Rückseite betrachten kann.

Tag 5. – Die Reise ging weiter Richtung Südosten, Ziel war das Gebiet Skaftafell. Ein besonderer Höhepunkt auf dem Weg dorthin war der Wasserfall Skogafoss, an dessen Klippen Schafe grasten. Unser Guide erzählte uns, dass sich viele Schafe für Ziegen halten und die steilsten Anhöhen erklimmen, sich aber nicht wieder herunter trauen würden. In solchen Fällen würde oft die Nachbarschaft zusammen getrommelt, um gemeinsam mit dem Besitzer eine Rettungsaktion zu starten.

Nächster Halt war ein Lavastrand, an dem es durch die überwiegend schwarzen und grauen Farbtöne recht surreal anmutete. Das ist sehr typisch für Island – jede Region sieht anders aus und das gibt einem das Gefühl, als würde man an wenigen Tagen mehrere verschiedene Länder bereisen.

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Ursprünglich wollten wir bis zu den Lakikratern im Hochland fahren. Doch auf dem Hinweg wurde die Straßensituation immer schlechter – dazu muss man sagen, dass es außerhalb der Ringstraße generell keine wirklich befestigten Straßen gibt. Schlaglöcher & Flussströmungen zwingen einen zu Schnelligkeiten von etwa 30km/h. Doch an dem Tag war es besonders schlimm – teilweise fuhren wir durch reißende Strömungen, sodass man sich gefühlt hat, als würde man in einem Boot sitzen, statt in einem Bus. Am Wasserfall Fagrifoss (der „Schöne Wasserfall“) war dann endgültig Schluss – die Weiterfahrt Richtung Lakikrater war durch Überschwemmungen und Sturm nicht mehr möglich. Also kehrten wir um.

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Die Natur auf Island ist unberechenbar. Umso glücklicher konnten wir uns schätzen, dass wir eine so erfahrene Einheimische mit an Bord hatten. Anna Laura hat uns dann kurzerhand ein Alternativprogramm geboten – Islandpferde (nicht Ponys!). Damit waren wir durchaus auch zufrieden. Insbesondere (das von uns getaufte Pferd) Waldemar hat sich liebend gern für uns in Szene gesetzt.

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Tag 5 beendeten wir mit einem kurzen Abstecher zum Wasserfall Svartifoss (der „Schwarze Wasserfall“), welcher von schwarzen Basaltsäulen umgeben ist. Diese sehen zusammen aus, wie eine gigantische Orgel mit Flöten. Zudem durften wir eine landestypische Frucht probieren – die Steinbeere, welche gerade zu der Zeit dort wuchs.

Tag 6. – Die Gletscherwanderung stand an – endlich! Bei prächtigstem Wetter sind wir, bewaffnet mit Steigeisen & Eispickel, über den Gletscher Svinafellsjökull gewandert. Ein unglaublich atemberaubendes Erlebnis. Die Gletscherzunge ist riesig und das weiße Eis ist durchzogen von schwarzer Vulkanasche. Absolut einmalig. Das Springen über Gletscherspalten muss man zwingend tolerieren können – das gehört zu dieser Tour einfach dazu. Kleiner Tipp: Nicht nach unten schauen. 🙂

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Wir wussten alle nicht, was das Ziel dieser Wanderung sein würde – aber dafür war die Überraschung umso größer, als wir nach etwa 2 Stunden eine Eishöhle erreichten. Mitten im Gletscher, ganz versteckt, funkelte dieses Naturschauspiel in den schönsten Blau- und Türkistönen. Traumhaft! Wir haben erfahren, dass sich die Höhle täglich verändert und vielleicht wenige Tage später schon vollständig geschmolzen sein könnte. Umso aufregender, dass wir sie noch erleben durften.

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Der Abschluss dieses ohnehin schon ereignisreichen Tages war dann der Besuch der Gletscherlagune Jökulsarlon. Teile des Gletschers brechen immer wieder von der Gletscherzunge ab, welche in die Lagune ragt. Diese hellblauen Bruchstücke schwimmen dann über die Lagune bis ins offene Meer. Skurril, wie die blauen Eisblöcke am schwarzen Lavastrand liegen und dann ins Meer weiter schwimmen. Ab und zu sieht man dort auch Seehunde, die ihre Nase an die frische Luft halten.

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Zum Schluss haben wir noch eine Zodiac-Fahrt über die Lagune gemacht. Es gibt auch „normale Touristenboote“, aber für wen es ein bisschen mehr Spaß und Action sein darf, der entscheidet sich lieber für die Zodiac-Fahrt. Eine grandiose Tour bis zum Ende der Gletscherzunge – genau dorthin, wo die hellblauen Eisblöcke in die Lagune gelangen. Aufgrund der Turbulenzen haben wir dort keine Fotos gemacht – im Kopf habe ich aber einmalige Bilder gespeichert.

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Nach einem (reichlich teuren) Bier, gebraut aus Gletscherwasser des Vatnajökull-Gletschers & verfeinert mit Artischem Thymian, haben wir uns völlig überladen mit Eindrücken schnell ins Land der Träume verabschiedet.

Tag 7. – Rückreise von Skaftafell nach Reykjavik. Es ging also wieder zurück zu unserem Ausgangspunkt. Für diesen Nachmittag blieb noch die Zeit, die Hauptstadt etwas mehr zu genießen.

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Ein absolutes Muss ist ein Besuch im Café Haiti (Café Haiti on Facebook). Dieses Café befindet sich direkt am Hafen, in den türkisfarbenen Hafenhäusern. Dieses Stückchen Karibik ist gerade hier etwas besonderes. Das Lokal wird geführt von einer Haitianerin, die ausgewandert ist und sich mit diesem Café selbstständig gemacht hat. Eine wirkliche Bereicherung für Reykjavik.

Wir haben dort einen tollen Kaffee genossen & uns einen Brownie gegönnt. Die Besitzerin wirbt selber mit den Worten „Best Coffee in Iceland“ – das Café muss man einfach besucht haben, wenn man dort ist: http://cafehaiti.is/

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In der Stadt gab es auch noch einen „versteckten“ kleinen Hot-Dog-Stand, welcher (laut unserem Guide) ein absoluter Geheimtipp wäre. Als wir dort ankamen, gab es aber eine meterlange Warteschlange – diesen Tipp hatten wohl auch viele andere erhalten. Wer ein wenig Zeit mitbringt, kann sich hier angeblich den „besten Hot-Dog Islands“ holen. Das Fleisch ist, wie bei den meisten Gerichten hier, vom Lamm.

Um unser letztes Münzgeld loszuwerden, sind wir noch ins tolle Café Sandholt (Sandholt Reykjavik on Facebook) gegangen & haben es uns bei einer schönen Tasse heißer Schokolade noch gemütlich gemacht.

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Am nächsten Tag ging es schon wieder zurück nach Deutschland.

Unser Fazit: Island ist absolut mehr als nur eine Reise wert. Wir werden wiederkommen – und dann den Norden unsicher machen.

(Hier noch zwei landestypische Spezialitäten – Gammelhai & zum Nachspülen den Branntwein Brennivin, auch bekannt unter „Black Death“)

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Südschweden/ Stockholm – Sommer.

Südschweden/ Stockholm. (Sweden/ Sverige) – Jetzt ist es fast genau 1 Jahr her, dass wir unsere Koffer gepackt haben & mit dem Flugzeug von Köln/Bonn nach Stockholm gereist sind. Uns erwartete 1 Woche Autorundreise durch eine wunderschöne Region Schwedens.

Mit viel zu vielen Fleecepullovern, langen Hosen & dicken Schuhen im Gepäck (in Schweden ist es ja schließlich bekanntermaßen kalt!) sollten wir einen grandiosen Sommer erleben (am Ende hat es uns tatsächlich an T-Shirts gefehlt, sodass wir welche zukaufen mussten).

Nachdem wir den Mietwagen abgeholt hatten, war der erste Halt ein Einkauf in einem typisch schwedischen Supermarkt.

Neben Apfelberlinern (‚äppelmunk‚) gab es natürlich auch jede Menge ‚knäckebröd‚ (Knäckebrot), ‚köttbullar‚ (Fleischbällchen – übrigens ’schöttbüllar‘ ausgesprochen) und ‚baconost‚ (Schmierkäse mit Bacon – in der Tube!). Eine wirklich nette Idee war zudem die Obsttheke für Kinder, an der sich diese jederzeit kostenlos bedienen durften.

Unsere erste Übernachtung war dann in Uppsala – eine wirklich schöne, studentische & typisch schwedische Stadt mit viel Flair.

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Übrigens empfiehlt es sich überall in Schweden mittags immer ‚dagens lunch‚ zu bestellen – das Mittagsmenü, welches meist sehr lecker & deutlich preiswerter ist, als à la carte zu essen.

Das gesamte Stadtbild von Uppsala ist geprägt von typisch skandinavischen Häuschen, tollen kleinen Lädchen & liebevoller Dekoration  – auch mitten auf der Straße. Zudem gibt es dort noch ein Schloss (natürlich in rot, wie viele Schlösser in Schweden) & einen botanischen Garten. Abends konnte man dann noch ganz gemütlich ein ‚kall öl‚ (kaltes Bier) in einem netten Lokal an der Straße trinken und den Sonnenuntergang über der Stadt beobachten.

Weiter ging es von dort am nächsten Tag über Sigtuna nach Örebro. Auf dem Weg sind wir durch tolle Waldgebiete gefahren, in denen wir natürlich auch mal gehalten haben. Unglaublich, was die schwedischen Wälder bieten – mitten auf dem Weg findet man Stein- & Birkenpilze, Blaubeeren und Johannisbeeren. Es sind uns auch schwedische Eltern mit ihren blonden Sprösslingen begegnet, die nur in den Wald kamen, um frische Beeren zu essen.

 

Sigtuna. – Das typische Schweden, wie man es sich vorstellt. Klein, gemütlich, mit bunten Häuschen & Blumen. Ein Städchen, was man auf seiner Rundreise dort auf jeden Fall besuchen sollte.

Ein absolutes Muss – Kaffee & Kuchen im ‚Tant Brun‚. Ein kleines (und durchaus bekanntes) Café, mitten in der Innenstand, in einer kleinen Seitenstraße. Das Café besteht aus einem kleinen, roten Häuschen mit sehr niedrigen Decken (wo bei Weitem nicht jeder aufrecht drin stehen kann!), in dem sich Plätze für Gäste befinden, sowie einem verwunschenen Garten. Die Bedienung ist einheitlich gekleidet mit Bluse & Schürze und trägt damit den Stil von ‚Tant Brun‘.

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Weiter ging es von dort Richtung Örebro. Der Weg dorthin war schön – die Stadt nicht so. Daher hier nur zwei Fotos unserer Route.

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Schweden ist übrigens das Land der Seen – daher ist es nicht verwunderlich, dass ein großer Teil unserer Route entlang verschiedener Ufer ging. Viele der Wasserzugänge sind leider privat, ab und zu hat man aber auch als Durchreisender Glück.

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Am nächsten Tag ging es von Örebro über den Julita Hof nach Västeras. Julita Hof ist eine tolle idyllische Hofanlage mit roten Häuschen, Kühen & Apfelanbau. Ein Stop lohnt sich. Am Ende haben wir noch den tollen Apfel-Cider probiert.

Vom Julita Hof ging es dann weiter nach Västeras, unserem nächsten Halt. Eine schöne, kleine Stadt mit sehr vielen alten schwedenroten Häusern & mittendrin sogar einem Häschen, welches dort gemütlich sein Abendessen verspeist hat.

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Von Västeras ging es am nächsten Tag Richtung Stockholm zurück – aber nicht, ohne einen Halt in Mariefred zu machen. Bei diesem hübschen Örtchen liegt das berühmte Schloss Gripsholm, welches Kurt Tucholsky (der dort übrigens begraben liegt) in einem seiner Werke verewigt hat.

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Das (natürlich rote!) Schloss ist umringt von Wasser und gesäumt von etlichen bunten Blumen.

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Im Örtchen Mariefred gibt es ein unglaublich tolles Café, welches wie ein privates Schwedenhäuschen ist, in das man reingehen & sich im Wohnzimmer an Kuchen & Getränken bedienen kann. Eine herzallerliebste ältere Dame, die dort überall herum läuft und das Geld für Kaffee & Kuchen zwischendurch kassiert, hat mich sogar 2x auf schwedisch angesprochen – in der Annahme, ich wäre eine Einheimische (was für eine Ehre!).

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Ganz typisch für Cafés dort ist, dass man sich immer kostenlos an ‚kallt vatten‚ (kaltes Wasser) bedienen darf.

Mitten im Grünen, als säße man gerade in einem wilden Kräutergarten, kann man dann sein Gebäck genießen.

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Von Mariefred ging es dann nach Stockholm. Dort haben wir den Mietwagen abgegeben, damit wir zu Fuß schließlich 2 Tage lang die Hauptstadt erkunden konnten.

Wir hatten uns die Zeit in Stockholm so eingeteilt, dass wir am ersten Tag eine Schärentour zur Schäreninsel Vaxholm und am zweiten Tag eine Erkundung durch die ‚Gamla Stan‚ (die Stockholmer Altstadt) unternehmen konnten.

Überall in Stockholm verteilt findet man öffentliche Klaviere, an denen mal mehr und mal weniger talentierte Menschen ihr Können darbieten.

Bis es an Tag 1 zur Schärentour losging, haben wir noch schnell die Sonne im schönen ‚Café Söderberg‚ genossen. Mitten im Café wächst ein dicker Baum, der durch die Decke geht und bis nach außen ragt. Als wir früh morgens da waren, war es trotz der zentralen Lage des Cafés angenehm leer.

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Vaxholm. – Eine unfassbar schöne Schäreninsel, wie sie schwedischer nicht sein könnte. Ausschließlich tolle bunte Häuser, liebevoll gestaltete Gärten, tolle Cafés & Lädchen. Hier ist übrigens das Titelbild für meinen Blog entstanden.

Diese Schäreninsel erreicht man von Stockholm aus in etwa 1h mittels Fähre.

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Absolut sehenswert & sehr lecker ist es im ‚Café Hembygdsgarden‚. Wie so oft auf unserer Reise, ist auch dieses Lokal ein normales Haus, in das man einfach hineinspazieren & sich am Essen bedienen kann. Es gibt verschiedene Räume mit Tischen, wo allerlei Leckereien platziert sind. Und überall verteilt: Wunderschöne Schnittblumen. Gezahlt wird dann, wenn man mit seinem Teller zur Kasse geht. Sitzen kann man drin und draußen (im Garten). Eine super Idee.

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Gebacken werden all diese Köstlichkeiten in einer kleinen Backstube nebenan – einem gelben Häuschen, wo man durch die Fenster den Bäckern bei der Arbeit zuschauen kann.

Stockholm. – Am besten hat uns die Altstadt (‚Gamla Stan‘) gefallen. Sie hat sehr viel Charme & verbreitet Urlaubsflair. Früh morgens ist wenig los und man hat die Stadt für sich. Mittags und nachmittags ist es eher touristisch. Trotzdem sollte man sich die Zeit nehmen und die kleinen Gässchen erkunden. Manche Durchgänge sind so niedrig, dass man sich sogar bücken muss, um hindurch gehen zu können.

In der Altstadt konnten wir auch endlich ein tolles Köttbullar-Gericht bestellen- man möchte es kaum glauben, aber außer im Supermarkt, haben wir nirgendwo auf unserer Rundreise eine Möglichkeit gefunden, Köttbullar zu essen. Dabei geht man davon aus, man müsse es an jeder Straßenecke antreffen… wie es in gewissen Möbelhäusern suggeriert wird.

Die Altstadt bietet außerdem tolle individuelle Shops, leckeres Eis & viele kleine Plätze mit schönen Häusern. Es lohnt sich, mehrmals durch alle Straßen zu laufen – man entdeckt immer etwas Neues.

Nach einer weiteren Nacht in Stockholm, ging es am nächsten Morgen auch schon wieder zurück nach Hause.

Fazit: Eine tolle & spannende Rundreise mit vielen Eindrücken von skandinavischer Natur, dem Land & den Menschen dort. Auf jeden Fall auch eine zweite Reise wert.

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Norwegen/ Sommaroy – Winter.

Norwegen/ Norway/ Norge (searching & hunting the nothern lights). – Der Wunsch war schon lange da – einmal (oder hoffentlich auch mehrmals!) die Nordlichter sehen. Ein Naturschauspiel, welches schöner & atemberaubender nicht sein kann. Doch wie? Und wo? Und wann? Jetzt weiß ich – die Planung ist so essentiell.

Angesteckt vom Fotofieber meiner Schwester fing ich an, mich mit dem Naturschauspiel ‚Polarlichter‘ auseinanderzusetzen. Die Polarlichter gibt es am südlichen Polarkreis (auch Aurora Australis genannt) und am nördlichen Polarkreis (auch Nordlichter oder Aurora Borealis genannt). Als Liebhaberin des Nordens reifte langsam der Plan, die Aurora Borealis zu jagen (und soviel vorab: eine Jagd ist es wirklich!).

Nach einer Reise nach Finnland (Syöte/ Iso-Syöte und Rovaniemi am Polarkreis) im November 2015 & der erfolglosen Suche nach Polarlichtern dort (es lag vor allem am verschneiten Wetter), fingen wir an, eine Reise zu planen, die die bestmöglichen Voraussetzungen bot, mit Erfolg gekrönt zu werden.

Das Ergebnis: Es ging im Februar 2016 nach Sommaroy/ nahe Tromsö (Norwegen).

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Der Flug ging bis nach Tromsö, von dort aus fuhren wir mit dem Mietwagen weiter nach Sommaroy (etwa 1h 20min). Gewohnt haben wir in einem alten, rot-weißen Fischerhäuschen, welches zum ‚Sommaroy Arctic Hotel‚ (Facebook: Sommaroy Arctic Hotel) gehört. Frühstück gab es im Haupthaus, ansonsten haben wir als Selbstversorger gelebt. Es war traumhaft schön – allein schon dort wohnen zu dürfen, war für mich, als würde ein Traum in Erfüllung gehen.

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Das Gelände des Hotels liegt direkt am Wasser, sodass es zwar oft windig & frisch ist, dafür aber eine unheimlich schöne Fotokulisse bietet.

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Das Wetter wechselt oft zwischen purem Sonnenschein und Schneesturm innerhalb eines Tages – aber genau das macht den Reiz dieser rauen Natur dort aus. Und egal welches Wetter gerade ist – es gibt immer etwas zu sehen & zu erleben.

So kann es auch schon mal sein, dass man mitten im Schneesturm unerwartet einer Herde Rentiere begegnet.

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Dadurch dass 90% der Straßen und Wege dort im hohen Norden mit einer dicken Eisschicht überzogen sind, ist es nicht verwunderlich, dass sich die Menschen dieser Region eine interessante Gehhilfe haben einfallen lassen… Und das spezielle Wetter nutzen, um Fisch zu trocknen.

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Nach dem Frieren & Frösteln draußen ist es umso schöner, wieder ins Warme zu kommen, etwas zu Essen zu kochen & sich auf das ’nächtliche Warten‘ auf die Nordlichter vorzubereiten.

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Jeden Abend, sobald es dunkel wurde, gingen unsere Blicke nur noch an den Himmel (und ab und zu auf’s Handy, um die Aurora Forecasts zu checken – und nur zur Info: darauf kann man sich auch nicht verlassen!). Um nicht direkt einzufrieren, haben wir oft von unserem Häuschen aus Ausschau gehalten. Aber immer, wenn der Himmel nach 21/22 Uhr noch klar war, ging es raus in die ‚Wildnis‘. Mit der Zeit hatten wir schon gute Plätze entdeckt, wo es besonders dunkel war & es eine spektakuläre Hintergrundkulisse gab – um die perfekten Bilder zu schießen, wenn SIE endlich auftaucht. Wir waren bereit.

Aber: Selbst bei den tollsten Wetterverhältnissen kann man vergeblich warten – und genau dann aber überrascht werden, wenn man am wenigsten damit rechnet.

Denn dann muss es auf einmal schnell gehen. Und zwischen einem Hagelsturm und dem nächsten reißt plötzlich der Himmel auf – und präsentiert sich für nur wenige Minuten in den buntesten Farben. Da kann es schon mal sein, dass man ohne Jacke hinaus rennt und sich in den Schnee wirft und vor Freude lacht & weint & jubelt, weil sie endlich da ist – unerwartet & unberechenbar – die Aurora Borealis.

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Und hat man sie einmal gesehen – dann will man MEHR! Sonst kann man nicht glauben, was man soeben erlebt hat. Doch dann zieht der Himmel wieder zu und es hagelt und es bleibt bewölkt. Also heißt es Warten auf den nächsten Abend.

Neben Lichtspektakeln by night bietet die norwegische Landschaft noch viele andere schöne Facetten.

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Und natürlich auch besondere Aktivitäten. Wie zum Beispiel eine Hundeschlittensafari (gebucht über ‚Active Tromsö‘). Einfach rauf auf den Schlitten & durch die Weite der Arktis fahren – eine magische Landschaft. Schnell wird man mit seinen Schlittenhunden zu einem eingeschweißten Team – einmalig. Wer dort in der Region eine solche Safari buchen möchte, dem kann ich diese nur empfehlen.

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Wir hatten übrigens auch das Glück, dabei zuschauen zu dürfen, wie eigentlich diese tollen roten Norwegerhäuschen entstehen.

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Eines meiner Highlights war auch, das kleine Dorf-Café zu besuchen. Dieses ist einfach nur ein Raum neben dem (einzigen) Lebensmittelladen in Sommaroy. Trotzdem hat es unglaublich viel Charme. Neben maritimer Dekoration findet man auch Tassen an der Wand hängen, die die Namen der Stammgäste tragen. Hier verweilen meist die Männer, während ihre Gattinen den Lebensmitteleinkauf erledigen. Als wir dort waren, haben wir allerdings zwei nette ältere Damen angetroffen – die uns nicht kannten & uns nicht verstanden haben. Trotzdem signalisierten sie uns mit Händen und Füßen, dass wir uns doch bitte unbedingt am Kaffee dort bedienen sollten. Und wie selbstverständlich brachten sie uns das passende Kaffeegebäck frisch aus dem Laden dazu.

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Bei ’schlechtem Wetter‘ (also wenn die Sonne eher nicht scheint), dann lohnt sich ein Ausflug nach Tromsö. Die Stadt ist voll mit typisch skandinavischen Häuschen, ist sehr gemütlich & bietet schöne kleine Lädchen zum Bummeln. Für einen Kaffee sollte man unbedingt ins ‚Riso Mat og Kaffebar‘ einkehren – ein tolles & besonderes Café, in dem der Besitzer bereits für seine Kaffeekunst ausgezeichnet wurde.

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Das Team hat sich in einem gemeinsamen Bild verewigen lassen.

Am letzten Abend – wir hatten schon längst nicht mehr daran geglaubt & wollten eigentlich die Koffer packen – wurden wir noch ein letztes Mal reichlich beschenkt. Der Himmel leuchtete noch einmal in den buntesten Farben und ließ uns die Zeit, alles in Ruhe festzuhalten. Wir hatten im Laufe der Woche bereits den ‚perfect spot‘ ausfindig gemacht & konnten über 2h lang Fotos machen & die Sinneseindrücke verarbeiten. Ja- wir haben sie gesehen. Definitiv. Die Nordlichter in ihrer schönsten Form.

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(Die Fotos der Aurora sind alle von meiner Schwester – danke für die grandiosen Aufnahmen!)

Fazit dieser Reise: Jederzeit wieder. Genau so. Unbedingt.