Provence – Camping & Lavendel.

Sommer 2018/ Provence. – Sattes Grün, verwunschene Bergdörfer & der krautig-wohlige Duft von Lavendel. Eine Woche Outdoor-Hygge mit Auto & Zelt in Südfrankreich.

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Unser Zelt haben wir auf dem kleinen privaten Campingplatz eines Weinbauern in Blauvac aufgeschlagen. Hier hatte jeder Camper viel Ruhe und Platz für sich – und wir zudem einen einmaligen Blick auf Weinreben & den Berg Mont Ventoux.

Die Provence – so grün, voller Naturschönheiten, einem frischen Wind & verschlafenen mediterranen Dörfchen. Ich muss gestehen, ich hatte mir die Region irgendwie anders vorgestellt. Eher: heiß & karg, wie direkt am Mittelmeer. Aber sie überraschte mich und steht seitdem auf meiner Ranking-Liste für Natururlaube ganz weit oben.

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Empfehlenswert in der Provence sind außerdem die kleinen Wochenmärkte, wie zum Beispiel der in Bédoin. In der Nebensaison findet man hier vor allem Einheimische, die die Zeit dort nutzen, um miteinander über die Auslagen hinweg ein Pläuschchen halten. Dabei schnuppert man an den duftigen Pflanzenseifen der lokalen Manufakturen, bekommt getrocknete Lavendelblüten abgefüllt oder darf von einer Haselnuss-Salami probieren. Überall riecht es nach Herbes de Provence, Käse, Wurst & frischem Knoblauch.

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Natürlich waren wir auch Wandern. Dafür eignet sich die Region hervorragend. Zwischen grünen Weinfeldern, Berge hinauf oder durch Schluchten hindurch – hier findet jeder eine passende Route. Wir sind durch die Gorges de la Nesque gewandert – sagen wir mal ehrlicherweise, es ging mehr in Richtung Trekking. Gutes Schuhwerk ist ein Muss, wenn man durch einen strömenden Fluss waten oder die Steilhänge hochklettern muss. Wir haben auch Wanderer getroffen, die auf halben Weg umgekehrt sind. Die Route ist aber traumhaft & man wird mit atemberaubenden Ausblicken belohnt.

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Nicht zuletzt waren wir natürlich auch wegen einer lokalen Pflanze hier – dem Lavendel. Viele Bauern bauen die Blumen hier auf groß angelegten Feldern an. Doch wann ist eigentlich die Blütezeit? Das hängt von der Sorte des Lavendels und der Höhenlage des Feldes ab. Der „echte Lavendel“ (Lavandula angustifolia) wächst in höheren Lagen und blüht daher tendenziell etwas später. Optimale Zeit, die violetten Blütenteppiche zu bestaunen, ist Juli. Ab August können die Felder schon abgeerntet sein. Wir waren Ende Juni dort und das bietet Vor- und Nachteile. Nachteil: Man braucht etwas Glück, denn es blühen noch nicht so viele Felder. Vorteil: Man ist ganz für sich, weil die Scharen an Touristen noch nicht da sind. Außerdem macht es Spaß, die volle Aufmerksamkeit auf die Natur zu richten und nach dem speziellen Violett Ausschau zu halten. Umso mehr freut man sich dann über versteckte Felder, die man zufällig entdeckt – wo alles nach der Essenz der Provence duftet & die Schmetterlinge um die Blüten tanzen.

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Zum Camping in der Provence: Zu dieser Zeit im Jahr (Juni) ist es noch nicht heiß, daher sollte man für die Abende schon noch einen Kuschelpullover dabei haben. Zudem geht in der bergigen Region ein guter Wind & es kann auch schon mal regnen – wetterfeste Campingausrüstung ist daher unverzichtbar. Wir haben dort das Gewitter unseres Lebens mitgemacht – mit Sturm, schwarzem Himmel & wütenden Blitzen über uns. Ich mag Gewitter, es hat etwas unheimlich hyggeliges. Outdoor ist es aber dann doch eine andere Hausnummer. Wir waren froh, dass dabei tatsächlich nichts kaputt gegangen ist und auch das Zelt nachher noch von innen trocken war –  die Campingwiese glich im Anschluss allerdings einem matschigen Festivalplatz. Alles kein Problem, wenn man gut ausgerüstet ist. Und nach Regen kommt bekanntlich Sonne – und die blieb dann auch noch tagelang. Mit den Füßen im Schlamm & unter einem strahlend blauen Himmel (als sei nichts gewesen) schmeckte der Kaffee am nächsten Morgen dann sogar noch besser.

Super Tipps zum Urlaub in der Provence gibt es außerdem hier: http://www.provence.de/

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Kurztrip Formentera.

Mai 2017/ Formentera. – Mittlerweile zum dritten Mal hat es mich auf die kleine Balearen-Insel verschlagen. Man vergisst sie so leicht, da man hier nicht mit dem Flugzeug hinkommt & sie dadurch vom Touristen-Radar etwas verschwunden ist. Umso lieber träume ich mich hin und wieder an diesen idyllischen Ort zurück. Und nun wurde es mal wieder Zeit für einen „realen“ Insel-Trip.

Meine erste Begegnung mit der kleinen Karibik-Insel des Mittelmeeres war 2012 – als Erholungskur nach einer bestandenen Prüfung. Das zweite Mal – knapp 1 Jahr später – durfte ich hier an einer Hochzeitszeremonie am Strand teilnehmen. Dieses Mal war es eine spontane Idee für ein verlängertes Wochenende. Aber egal, wann, wie lange und weswegen man hierher kommt – das unglaubliche Inselgefühl der Verbundenheit mit diesem Ort ist irgendwie immer da.

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Wir hatten uns kurzfristig in eine kleine Finca inmitten von Pinienbäumen eingemietet. Trotz der scheinbaren Abgeschiedenheit war es nicht weit weg zum Meer, sodass man morgens beim Frühstück schon das Wellenrauschen hören konnte.

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Die Selbstversorgung hat uns überhaupt nicht gestört – in unserer Finca gab es alles, was man brauchte, um selber zu kochen. Wir haben es also genossen, bei Baguette & Kaffee morgens auf der Terrasse zu sitzen und es uns abends bei einem Teller Pasta gutgehen zu lassen. Keine Termine, keine feste Essenzeiten. Das ist eigentlich schon purer Luxus. Und wenn man doch mal keine Lust hatte zu kochen, konnte man auch super auswärts essen gehen.

Hier zwei Tipps:IMG_3439IMG_3441

Restaurant „10 punto 7“ (http://www.10punto7.com/), gelegen am Strand „Platja Migjorn“. Der Name kommt daher, dass die einzige Hauptstraße auf der Insel nach Kilometern unterteilt ist. Diese Lokalität befindet sich also bei Kilometer 10,7. Hier gibt es eine tolle & besondere Küche mit einem typisch maritimen Ambiente. Die vorher genannte Hochzeitszeremonie hatte damals auch hier stattgefunden.

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Restaurant „Acapulco“ (https://www.facebook.com/acaplcoformentera/), gelegen bei Kilometer 12,6. Dies ist ein schräges Surfer-Lokal mit viel individueller Gestaltung, ganz viel Farben & teilweise „interessanter Dekoration“ (sollte man sich einfach selbst mal ansehen). Außerdem ist hier ein kleiner, frecher Hund Teil des Teams, welcher den Eingang bewacht. Wir haben hier richtig gute Pizzen (mit scharfer spanischer Chorizo) gegessen.

Strände:
Zwei Strände sollte man hier unbedingt gesehen haben. Zum einen den Strand von Ses Illetes, dem nördlichsten Teil der Insel – mit einem Wasser, das es in diesen Farbtönen auch in der Karibik geben könnte. Die Zufahrt dorthin ist allerdings kostenpflichtig.

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Der zweite Strand, der uns außerdem auch mehr zugesagt hat, ist Platja Migjorn. Dieser Strandabschnitt befindet sich im Süden der Insel. Dort sind etwas weniger Touristen & es mutet eher etwas entspannter und gemütlicher an.

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Hier findet man ebenfalls Türkis in seinen schönsten Farbabstufungen. Zusätzlich liegt der Strand am Naturschutzgebiet, sodass es dort sehr naturbelassen ist. Wie oben erwähnt, kann man hier dann gut bei „10 punto 7“ eine Mittagspause vom Sonnenbad machen oder aber beim Restaurant La Fregata einen amerikanischen (mega leckeren!!!) Schokoladenkuchen (mit gaaaaanz viel Schokolade) essen gehen.

Das wirkliche Schmuckstück dieses Strandabschnittes ist allerdings die Kult-Bar Piratabus (https://piratabus.com/). Diese wurde in den 70er Jahren gegründet (ursprünglich war es ein umgebauter Linienbus) und von einem Mann mit dem Spitznamen „Pirata“ betrieben. Im Jahr 1983 musste der Bus weg, sodass er durch eine Holzbude ersetzt wurde – die bis heute den unverfälschten Hippiecharme an diesen Ort bringt.

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Ob mittags zum Tapas-Essen, für „Nachos con Guacamole“, ein Bierchen oder für den Sonnenuntergang – es lohnt sich immer.

Wer gerne auch mal durch kleine Straßen schlendern und in individuellen Lädchen schnüffeln möchte, sollte mal in die Innenstadt von Sant Francesc. Dort findet man den typischen Balearen-Farbstil in Blau und Weiß, aber auch ganz viel alternative Lebensart.

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Gerade im Mai blühen auch unheimlich viele Blumen, die man überall auf der Insel in Hülle & Fülle bewundern kann.

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Etwas kompliziert zu finden, aber unbedingt einen Abstecher wert, ist das Lokal Chezz Gerdi in Es Pujols. Direkt an der Küste gelegen, kann man hier bei einem Antioxidant-Cocktail und inmitten von Hippie-Flair entspannen. Auf dem Dach der Bar steht ein ziemlich cooler Bus, den man gesehen haben sollte.

Aber für das besondere & authentische Hippie-Feeling dieser entspannten & individuellen Insel sorgt vor allem der Hippie-Markt. Dieser findet jeden Mittwoch und Sonntag statt. Verkaufen dürfen nur „echte Hippies“, die ihre Ware auch per Hand herstellen.

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Man flaniert hier auf einem Mosaik-Kachel-Boden, lauscht sanfter Live-Musik & wühlt sich ein wenig durch Handarbeiten, Kunst & Co.

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Zum Abschluss durfte ich sogar noch  ein Foto vom Hippie-Chef persönlich machen – was für eine Ehre. Love – Peace – Harmony.

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Fazit: Eine Insel mit sehr viel Hippie-Charme, alternativem Lebensstil, großer Naturverbundenheit & einem langsamen Tempo. Ist optimal für alle, die etwas für’s Auge & für’s Herz suchen. Empfohlene Reisezeit: Mai und September.

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